Aus dem Unterricht von anno dazumal

Aus dem Unterricht von anno dazumal

Die aktuelle Winterausstellung in der Wartehalle in Welchenhausen bei Lützkampen widmet sich den ehemaligen Zwergschulen im Islek. Der Eintritt ist frei. Eine Broschüre zur Ausstellung dokumentiert das mühsame Schulleben vor 100 Jahren.

Lützkampen. (red/sn) Die neue Ausstellung in der kleinen Wartehalle Welchenhausen erinnert an die Zwergschulen in den Dörfern rund um das Dreiländereck. Deren Geschichte begann Anfang des 19. Jahrhunderts. In der Regel wurden in den Zwergschulen alle Kinder - vom ersten bis zum achten Schuljahr - in einem einzigen Klassenraum gemeinsam unterrichtet. Für gewöhnlich gab es nur einen Lehrer. Ihrer bescheidenen Größe wegen nannte man diese Schulen in Deutschland Zwergschulen. Schulbusse gab es zu der Zeit noch nicht. Für viele Kinder war der weite Weg zur Schule eine tägliche Mühsal. Von 1960 an wurden die Zwergschulen nach und nach geschlossen. Noch heute zeugen - für Besucher kaum zu erkennen - ehemalige Schulhäuser von ihrer Existenz. Meist wurden sie an Privatleute verkauft; einige sind abgerissen worden.

Die Ausstellung in der Wartehalle erweckt auf vielfältige Weise die Erinnerung an die Zeit zwischen 1850 und 1960. Eine Foto-Dokumentation zeigt sämtliche Schulhäuser des Dreiländerecks, kommentiert deren Entstehungs- und Architektur-Geschichte. Teile eines Klassenzimmers sind nachgebaut worden. Dokumente und historische Fotos erläutern die von Armut und Krankheit geprägte Zeit vor 1900. Die Einwohner von Welchenhausen sind stolz darauf, dass sie noch zwei Chroniken besitzen, die von den örtlichen Dorflehrern verfasst wurden.

Zusätzlich gibt es eine für die Besucher kostenlose Broschüre, in der die Mühsal damaliger Schüler beschrieben wird.

Das Museum ist täglich rund um die Uhr geöffnet.

Mehr von Volksfreund