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Aus für die Feuerwehr Hermesdorf

Brandschutz : Aus für die Feuerwehr Hermesdorf

Nur noch vier aktive Mitglieder hat die Feuerwehr Hermesdorf. Jetzt löst sie sich auf. Schon seit einigen Jahren fehlt es an Nachwuchs.

Als Wehrführer Josef Hahn im Februar 2019  die Altersgrenze erreichte, bei der er nicht mehr aktiv in der Feuerwehr mitwirken konnte, riss das eine große Lücke bei der Feuerwehr Hermesdorf. Schon seit einigen Jahren fehlt es im 140 Einwohner Ort an Nachwuchs beim Retten, Löschen und Bergen. Verschiedene Aktionen, um neue Mitglieder zu gewinnen, beispielsweise Infozettel in den Briefkästen der Bürger, brachten keinen Erfolg. Schließlich waren nur noch vier Feuerwehrleute da. Nach längerer Bedenkzeit teilten sie Ortsvorsteherin Bettina Wolf in einer Sitzung mit, dass sie die Feuerwehr auflösen wollen. Wolf sagt: „Sie hatten die Alternativen, ganz aufzugeben oder sich der Feuerwehr Wißmannsdorf anzuschließen. Sie haben sich für Ersteres entschieden.“

Um die Sicherheit im Ort macht sie sich keine großen Sorgen, denn in Wißmannsdorf und Koosbüsch gebe es ja noch aktive Wehren. „Wenn in Hermesdorf, das ein Ortsteil von Wißmannsdorf ist, etwas passiert, dann schaffen die Wehren aus Wißmannsdorf und Koosdorf es zeitnah, da zu sein. Wobei es natürlich schade ist, dass unsere Feuerwehr aufgelöst wird“, bedauert Wolf. Der Wehrleiter der Verbandsgemeinde, Klaus-Peter Dimmer, sieht das ähnlich: „Da Hermesdorf zur Ortsgemeinde Wißmannsdorf gehört und es dort weitere Feuerwehren gibt, sehen wir keine Gefährdung der Einsatzzeiten. Aufgrund der geringen Entfernung ist es möglich, sie einzuhalten.“

Doch es geht nicht nur um Notfälle: In Hermesdorf hat die Feuerwehr neben ihren Kernaufgaben viel für die Gemeinschaft im Ort getan. Sie hat den Maibaum aufgestellt, war bei St. Martin und beim Hüttenbaum aktiv. Diese Traditionen sollen auch aufrecht erhalten bleiben. Wolf ist zuversichtlich: „Wir haben einen guten Zusammenhalt im Dorf, und die dann ehemaligen Feuerwehrleute und weitere werden dabei mithelfen, dass die Gemeinschaftsaktionen weiter stattfinden.“

Das Feuerwehrhaus in der Bergstraße, das etwa 50 bis 60 Quadratmeter groß ist und über eine Garage für den Löschanhänger, einen kleinen Gemeinschaftraum, Toilette und Küche verfügt, geht nach der Auflösung der Feuerwehr in den Besitz der Gemeinde über. Es soll der Dorfgemeinschaft zur Verfügung gestellt werden. „Es ist ja nicht groß, aber wenn man sich zusammensetzen will, um etwas im kleineren Rahmen zu besprechen oder gemütlich zusammenzusitzen, ist das möglich. Für große Feiern ist es zu klein“, sagt die Ortsvorsteherin. Die Ausrüstung geben die Feuerwehrmänner aus Hermesdorf zurück, und das Material wird an die anderen Wehren – insgesamt gibt es im Bitburger Land 61 – verteilt. Unabhängig davon, ob sich die Hermesdorfer Wehr auflöst, bekommen die Wißmannsdorfer in den nächsten Wochen ein neues Fahrzeug.