Aus für Tochter des Gondorfer Parks

Aus für Tochter des Gondorfer Parks

Die Eifel-Bärenstark-2008 GmbH, ein Tochterunternehmen des Eifelparks in Gondorf, ist insolvent. Die Firma des früheren Eifelparkbetreibers Bernd Capellen hat sich mit der Organisation und Abwicklung von Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Eifelpark und dem Verkauf von Park-Artikeln befasst.

Ob Trotzreaktion oder logische Konsequenz sei dahingestellt. Fest steht, dass Bernd Capellen, früherer Besitzer und derzeitiger Pächter des Eifelparks in Gondorf, für das Tochterunternehmen des Parks Insolvenz angemeldet hat. Die Eifel-Bärenstark-2008 GmbH hatte in den vergangenen Jahren alle Werbeaktivitäten und Veranstaltungen für den Eifelpark gemanagt, unter anderem die Bärenparade und den Maskottchenwettbewerb.

Kündigungen von Mitarbeitern wird es nicht geben. Der Haaner Unternehmer Capellen war alleiniger Geschäftsführer, die anfallenden Arbeiten wurden nach seinen Angaben von seinem Büro "miterledigt".

Ende 2012 hatte er für die Eifelpark GmbH Insolvenz angemeldet (der TV berichtete). Der ehemalige Geschäftsführer hat sich jedoch bereiterklärt, die Freizeiteinrichtung bis zum 20. Oktober als Pächter weiter zu betreiben, damit ein Käufer gefunden werden kann. Darum kümmert sich der Insolvenzverwalter Marc d\'Avoine. Der hat einen professionellen Vermarkter beauftragt, sich im In- und Ausland auf die Suche zu machen.
In einer Pressemitteilung an den TV teilt Capellen mit, dass er geschockt sei, "wie unprofessionell" der Verkauf des Eifelparks von allen Beteiligten angegangen werde. "Ich sehe keine positive und erfolgsversprechende Verkaufsentwicklung für den Eifelpark und habe mich deshalb entschlossen, auch für die Eifel-Bärenstark-2008 GmbH Insolvenzantrag zu stellen."

Das Amtsgericht in Bitburg hat am 3. September die vorläufige Insolvenz angeordnet.
In der aktuellen Situation wenig hilfreich findet das d\'Avoine. "Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht mit dem Eifelpark beschäftigt bin", sagt er.

So ist er Capellen dankbar, dass er trotz Insolvenz den Park als Pächter bis Oktober weiter führt. Umso mehr tangieren ihn die Vorwürfe. "Wir sind jedem Kontakt nachgegangen und führen auch nächste Woche wieder Gespräche", sagt er. Umso ärgerlicher für ihn, dass Capellen ausgerechnet in diesem Zeitpunkt mit dem Insolvenzantrag des Tochterunternehmens Unruhe in das Verfahren bringt. "Atmosphärische Störungen können wir jetzt nicht gebrauchen", sagt d'Avoine. Zumal es aus seiner Sicht weder rechtlich noch wirtschaftlich notwendig war, Insolvenz anzumelden.

"Was soll ich mit so einer Gesellschaft? Es gibt nichts mehr zu verwalten, deshalb habe ich auch da den Strich gezogen und mich für den bequemen Ausstieg entschieden", sagt der ehemalige Parkbetreiber.
Insolvenzverwalter Marc d\'Avoine will jedenfalls noch bis zum 20. Oktober alles versuchen, um den Park zu retten: "Ich wünsche mir, dass wir eine Saison 2014 erleben. Der Park liegt mir nicht nur als Insolvenzverwalter, sondern auch als Mensch und Vater von Kindern sehr am Herzen."Meinung

Schlecht für den Verkauf
Es sieht nicht gut aus, was die Zukunft des Eifelparks in Gondorf betrifft. Auf der einen Seite bemüht sich Insolvenzverwalter Marc d\'Avoine mit Hilfe eines Vermittlers darum, noch bis 20. Oktober einen neuen Betreiber für den Park zu finden. Auf der anderen Seite steht voller Ungeduld Ex-Besitzer und Übergangspächter Bernd Capellen, dem die Verkaufsstrategie nicht gefällt. Das von ihm nun beantragte Insolvenzverfahren der Eifel-Bärenstark-GmbH ist in dieser Phase ein massives Störfeuer. Was immer Capellen damit bezwecken wollte, den Beteiligten, die sich um eine Vermarktung des Eifelparks bemühen, hat er damit einen Bärendienst erwiesen. s.glandien@volksfreund.de

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