Aus Schönecken in die Welt

Schönecken/Matzerath · Im Schönecker PUK-Werk werden seit 50 Jahren Metallsysteme für die Verlegung von Kabeln produziert. Das Unternehmen stellt seit 2009 aber auch Konstruktionen her, auf denen Solarpaneelen zu großen Parks installiert werden können. Die 100. Anlage wurde nun in Matzerath aufgestellt.

Der Schönecker PUK-Werksleiter Detlef Noetzel (links) feiert mit Kollegen die 100. Anlage von PUK Solar. Mit dabei: Fertigungsleiter Erwin Hoffmann, Vertriebsleiter im Ruhestand Rudolf Wittmann, Bauleiter Andreas Jahnke, Geschäftsführer der spanischen Niederlassung PUK-Portacables: Francisco Redondo, Produktmanager Harald Dahlmann und Logistikleiter Otto Bernhardt. Foto: PUK

Schönecken/Matzerath. Es hat eine lange Tradition - seit 1964 werden im PUK-Werk in Schönecken Trägersysteme für Kabelverlegungen aller Art produziert. Ob in Flughäfen, Veranstaltungshallen, öffentlichen Gebäuden oder Straßen- und Zugtunneln, überall in Deutschland, Europa und in vielen Ländern der Welt sind die Produkte von PUK zu finden - wenn sie denn zu sehen wären.
"Bekannt ist unser Name vor allem Menschen aus der Baubranche, Privatleute sehen unsere Systeme ja nur selten", sagt Detlef Noetzel, Werksleiter in Schönecken (siehe Extra). Das ändert sich aber seit 2009 zusehends. Neben dem Kerngeschäft wurde nämlich eine neue Produktgruppe eingeführt, die im Alltag wesentlich sichtbarer ist, als die hinter Wänden, Decken und unter Fußböden versteckten stählernen Kabelträgerschienen: Seit fünf Jahren entwickelt und baut die eigens gegründete Tochter PUK Solar KG Trägersysteme für Solaranlagen - sowohl für große Freiflächenanlagen, als auch für kleinere Konstruktionen beispielsweise auf Garagendächern.
Anlage in direkter Nachbarschaft


Das 100. Montagesystem wurde jüngst im Solarpark Matzerath eingeweiht (siehe Hintergrund). "30 Monteure haben dort in zwei Wochen die Anlage aufgebaut. Für uns ist es natürlich sehr praktisch, haben wir nun doch eine Anlage in direkter Nähe, die wir Kunden zeigen können", sagt Noetzel. Mit den Solarpaneelen, die für die Produktion des Stroms zuständig sind, hat PUK nur insofern etwas zu tun, als dass sie auf das PUK-Montagesystem gebaut werden. Das wiederum wird aber individuell auf den Standort zugeschnitten und entwickelt. "Die Träger werden genau auf die Gegebenheiten des Ortes angepasst", sagt Noetzel.
Begonnen habe alles in Spanien, sagt der Werksleiter. In der Niederlassung in der Nähe von Barcelona sei die Idee geboren worden. "Wie bei uns wurde damals Solarstrom stark gefördert. Material, das eigentlich für die Führung von Kabeln gedacht war, wurde zu Solaranlagenträgern umfunktioniert", sagt Noetzel. Kurzerhand sei dort ein Produktmanager eingestellt worden, der mit der Entwicklung der Montagesysteme begonnen habe. Heute sei die Förderung von staatlicher Seite zwar deutlich zurückgegangen, räumt Noetzel ein: "Wir sehen aber trotzdem noch hohes Potenzial." Und so wird am Produktionsstandort Schönecken auch weiterhin neben dem Kerngeschäft an der Umsetzung der Energiewende gearbeitet - und das für Standorte auf der ganzen Welt. "Für PUK Solarline arbeiten beide Standorte in Deutschland. Sowohl im Hauptsitz in Berlin wird in eigenen Produktionshallen für die Tochter produziert, als auch hier am angestammten Zweigwerk in Schönecken."Extra

Die PUK hat ihren Firmensitz in Berlin und bietet Lösungen für die Kabelverlegung an. Das mittelständische Unternehmen ging 1969 aus dem Zusammenschluss der Firmen Hermann Pohl OHG (gegründet 1951) und Anton Klein OHG (gegründet 1935) hervor. Jährlich werden mehr als 20 000 Tonnen Stahl zu Kabelrinnen, Kabelleitern, Gitterbahnen, Weitspannkabeln und Trag- und Befestigungssystemen verarbeitet. Die derzeit rund 400 Mitarbeiter im Kernunternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von etwa 110 Millionen Euro. Das Werk in Schönecken ist neben der Zentrale in Berlin der zweite Produktionsstandort in Deutschland. Es wurde 1964 von der Firma Anton Klein gegründet. Dort arbeiten derzeit 120 Mitarbeiter. affExtra

Der Solarpark Matzerath wurde von der Pfalzsolar GmbH Ludwigshafen in Kooperation mit dem Bürgerservice Trier gebaut. In etwas mehr als zwei Wochen installierten 30 Monteure auf Unterbauten der PUK Solar 9216 Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 2,35 Megawatt. PUK Solar hat für die Gestelle Stahl mit einem Gesamtgewicht von 77 000 Kilogramm verbaut. Die Anlage hat etwa 2 Millionen Euro gekostet. aff