Ausbildung steht im Vordergrund

Ausbildung steht im Vordergrund

Der Gewerbeverein Arzfeld und Umgebung gehört zu den Preisträgern der Initiative "Für mich. Für uns. Für alle.". Geehrt wurde er wegen seiner Ausbildungsoffensive für junge Leute.

Arzfeld. Der Preis in der Kategorie "Engagierte Unternehmer", sei ein Ansporn, sich weiterhin für die Jugend im Islek zu engagieren, sagt Herbert Zahnen, der erste Vorsitzende des Gewerbevereins Arzfeld und Umgebung. Die Auszeichnung hatte er im November stellvertretend für alle Mitglieder aus der Hand des Bundestagsabgeordneten Patrick Schnieder (CDU) erhalten.
"Wir müssen an die Zukunft denken", sagt Zahnen. "Der Fachkräftemangel ist längst auch in der Eifel angekommen." In den Berufen mit teils ungünstigen Arbeitszeiten fehlten jetzt schon zu viele Auszubildende.
Bäcker und Metzger fehlen


"Ganz stark fällt dies in der Gastronomie, bei Bäckern oder in Metzgereibetrieben auf", resümiert der Vereinsvorsitzende. "Da kann es bald passieren, dass Betriebe schließen müssen, weil der letzte verbliebene Geselle in Rente geht." Der Gewerbeverein Arzfeld nutzte die Westeifelschau bereits zweimal, um junge Leute über Lehrberufe und die damit verbundenen Weiterbildungs- und Erfolgschancen zu informieren. "Die hohe Zahl der Abiturienten in der Region ist einerseits wünschenswert - andererseits müssen wir die Abwanderung der zukünftigen Fachkräfte an Universitäten und in größere Städte aufhalten. Denn sonst droht uns irgendwann einmal der Stillstand", sagt Zahnen. "Wir wollen erreichen, dass sich mehr junge Menschen für den Weg entscheiden, in den mittelständischen Betrieben vor Ort eine Ausbildung zu absolvieren."
Der Gewerbeverein, der zurzeit rund 60 Mitglieder unterschiedlicher Betriebszweige hat, entwickelt weitere Ideen, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen. Ein Stichwort dazu ist das so genannte Employer Branding, die Arbeitgebermarke, die Unternehmen nutzen können, um sich am Arbeitsmarkt als attraktive Arbeitgeber darzustellen.
Arbeitgebermarke Eifel


Das Ziel dabei ist, durch effektive Selbstdarstellung mehr potentielle Auszubildende zu erreichen und somit auch die Qualität der Bewerber zu steigern. "Wir arbeiten daran, die "Arbeitgebermarke Eifel" zu etablieren", sagt Zahnen. Auch die Kundschaft sei im Wandel begriffen; eine bessere Ausbildung und möglichst viele Weiterbildungen im Beruf seien zukünftig unabdingbar: "Der Kunde von heute ist viel besser informiert und weiß meist ganz genau, was er will. Die Anforderungen an Mitarbeiter sind immens gewachsen", erklärt Zahnen. "Und dazu kommt die Tatsache, dass die Zahl der Mitarbeiter, bedingt durch den demografischen Wandel, in Zukunft abnimmt." Den Betrieben bliebe keine andere Wahl, als die Arbeitnehmer immer effizienter und vielseitiger aus- und weiterzubilden. Doch der Schlüssel zur Lösung des Problems liegt für Zahnen ganz klar auf der Hand: "Die Auszeichnung mit dem Bürgerpreis im Rahmen des Projekts Zukunft ist eine klare Motivation für uns, den Weg weiterzugehen. Wir werden uns um den in unseren Augen wichtigsten Punkt kümmern: die gute und profunde Ausbildung junger Menschen in unserer Region."
Extra

Bei der Westeifelschau hat der Gewerbeverein über Lehrberufe informiert. TV-Foto: Archiv/Christian Brunker.

Die Preise zum Thema "Projekt Zukunft: Engagiert für junge Leute" wurden in drei Kategorien verliehen. Alltagshelden: Hans-Theo Nieder, für mehr als 30 Jahre ehrenamtliches Engagement beim SV Orenhofen; Gerd Wanken, seit mehr als 30 Jahren aktiv für das Bitburger Haus der Jugend. Lebenswerk: Erich Theis, für sein Engagement in der Jugendarbeit in Bollendorf; Theodor Blitsch, für jahrzehntelangen Einsatz im Kirchenchor und Musikverein Alsdorf. Engagierte Unternehmer: Der Gewerbeverein Arzfeld und Umgebung übernahm wiederholt die Patenschaft für die Westeifelschau Arzfeld und engagiert sich für die Ausbildungsoffensive. now

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