Ausgeflogen: Eifelpark vermisst jungen Weißkopfseeadler

Ausgeflogen: Eifelpark vermisst jungen Weißkopfseeadler

Er war der erste Weißkopfseeadler, der im Eifelpark Gondorf das Licht der Welt erblickte - und der neue Stolz der Falknerei. Doch das vier Monate alte Jungtier ist am Sonntag bei einer Flugshow entflogen. Der Park bittet die Bevölkerung um Mithilfe bei der Vermisstensuche.

Gondorf. Einen Namen hatte der junge Weißkopfseeadler noch nicht, der im Mai im Eifelpark Gondorf geschlüpft ist (der TV berichtete). In Kürze sollte er - der Parkbetreiber hatte die Besucher um Namensvorschläge gebeten - getauft werden. Doch ob der Jungvogel noch zu seinem Namen kommt, steht derzeit in den Sternen. Denn das Tier hat sich am Sonntag während einer Flugshow aus dem Staub gemacht und wird seitdem verzweifelt gesucht. "Das ist ein scherzlicher und tragischer Verlust. Er war bei den Gästen sehr beliebt", sagt Silke Möller-Combes, Pressesprecherin des Eifelparks. "Wir haben den Jungvogel ja selber aufgezogen. Das ist in Gefangenschaft eine Seltenheit. Denn dort stellen die Tiere für gewöhnlich ihr Brutverhalten ein", erklärt Möller-Combes.
Zwei Falkner sind derzeit ununterbrochen in der Umgebung auf der Suche. Der Eifelpark, Telefon 06565/95660, bittet auch um Hinweise aus der Bevölkerung.
Doch für Laien ist der Weißkofseeadler nur schwer zu erkennen. Denn das Jungtier ist noch schwarz gefiedert und erhält die für seine Art typische weiße Färbung am Kopf erst im Alter von zwei bis drei Jahren. Möller-Combes: "Der Adler ist derzeit noch leicht mit einem Bussard zu verwechseln. Er ist jedoch mit 2,2 Meter Flügelspannweite doppelt so groß und bis ins Schwarze hinein etwas dunkler gefärbt."
Ein Hinweis aus der Bevölkerung ist schon eingegangen: "Ein Mann sagt, er habe ihn 25 Kilometer östlich von Gondorf gesehen. Aber wir wissen nicht, ob es wirklich unser Adler war", erklärt Möller-Combes. Das Tier sei am Sonntag mit einer günstigen Thermik aufgestiegen und könne im schlimmsten Fall nun schon Hunderte Kilometer weit geflogen sein. "Vielleicht ist er jetzt schon in Frankreich." Kaum jemand in Gondorf glaubt daran, dass der Vogel wieder von selbst nach Hause geflogen kommt. Cöller-Combes: "Wir haben auch auf einer speziellen Internetseite, auf der Falkner vernetzt sind, eine Vermisstenanzeige geschaltet."cmo