Ausgezeichnete Lichtregie, unglaublicher Realismus

Nach Renovierung des Eifel-Ardennen-Museums im Haus Beda ist es nun ein Genuss,die Gemälde des Eifelmalers Fritz von Wille zu besichtigen. Mit gekonntem Handwerk und Liebe zum Detail porträtierte der aus Düsseldorf stammende Künstler die schönsten Orte der Eifel.

Bitburg. (mdi) "Wenn man die Eifeler Gegend kennt, sieht man bereits auf den ersten Blick, wie realistisch und naturgetreu die Landschaftsdarstellungen des Fritz von Wille sind", erklärt Manfred Kottman, Leiter des Hauses Beda sowie der städtischen Bibliothek. Tatsächlich schaffte es der Künstler, der von 1860 bis 1941 lebte, seinen Bildern sowohl mit beeindruckendem Spiel von Licht und Schatten als auch mit unglaublichem Feingefühl bei der Wischtechnik das gewisse Etwas zu verschaffen. Ein gutes Beispiel dafür ist das bekannte Bild "Ein klarer Tag".Zudem stellen die Gemälde in der Dauerausstellung im Haus Beda eine Reise durch die Jahreszeiten dar. Dem Betrachter wird eine gute Mischung von Frühlings- bis hin zu Wintergefühlen geboten.Die Stimmung an den Betrachter transportieren

"Allein beim bloßen Anblick der Winterlandschaften wird einem so richtig kalt", spricht Kottmann und zeigt auf das Bild "Winterlandschaft in Urft", das während Willes bester Zeit zwischen 1902 bis 1918 entstanden ist. Dem Maler ist es gelungen, in jedem seiner Werke die passende Stimmung an den Betrachter zu transportieren. Auch das bekannteste Werk "Die blaue Blume", das von Kaiser Wilhelm II. gekauft wurde, vereint romantisches Empfinden, Poesie und gigantische Tiefen. Diese Auszeichnung, vom Kaiser einen Auftrag zu bekommen, brachte Wille in den folgenden Jahren zahlreiche Aufträge. Vor allem wurden Gemälde der Burg Reifferscheid und der Burg Kerpen, die Wille sich 1911 kaufte, verlangt. Im Bedahaus sind die beiden Burgen ebenfalls in den verschiedensten Perspektiven und Stimmungen ausgestellt. Es ist erstaunlich, dass von Zeit zu Zeit das eine oder andere Exemplar in Deutschlands Speichern wiedergefunden wird. So bekam auch vor zwei Monaten das in Bottrop entdeckte Gemälde "Der heilige Baum" seinen Platz im Bitburger Museum. "Darauf ist eine Fronleichnamsprozession in der Eifel zu sehen, wie man sie zu 100 Prozent von unserer Region kennt", beschreibt der Diplom-Bibliothekar. Somit gibt es in der Gemäldesammlung für jeden Geschmack ein Werk, bei dem so manch einem der Atem stockt, beeindruckt von der faszinierenden Schönheit der Bilder. Geöffnet ist das Museum im Haus Beda dienstags von 14 bis 17 Uhr. Nach vorheriger Vereinbarung ist eine Führung möglich. Informationen unter Telefon 06561/96450.