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Autofahrerin mit Pistole bedroht: Polizei fasst Tatverdächtigen aus dem Eifelkreis

Autofahrerin mit Pistole bedroht: Polizei fasst Tatverdächtigen aus dem Eifelkreis

Anfang Oktober wurde eine 44-Jährige Autofahrerin in der Vulkaneifel verfolgt und von einem Mann mit einer Pistole bedroht. Ihr geschah nichts, doch der Angreifer war seitdem auf freiem Fuß. Die Polizei erklärt nun, sie habe einen Tatverdächtigen aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm geschnappt.

Fast einen Monat auf freiem Fuß war der Tatverdächtige, der am 5. Oktober eine Autofahrerin in der Vulkaneifel mit einer Pistole bedroht haben soll. Die Polizei erklärt, Beamte der Polizeiinspektion Bitburg hätten den jungen Mann im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle angehalten und "als den potentiellen Tatverdächtigen erkannt".
Der junge Mann soll eine 44-jährige Frau im Oktober auf der K33 zwischen Neunkirchen und Neroth mit einer Pistole bedroht haben und soll anschließend geflüchtet sein.
Nach Angaben der Polizei stammt der junge Mann aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm.
"Sowohl der Mann als auch dessen Wagen entsprachen der von der Frau angegebenen Beschreibung des Angreifers", erklärt die Polizei. "Schnell konnte ermittelt werden, dass dieser Mann als Täter in Frage kommen kann. Im Rahmen seiner Vernehmung konnte auch ein räumlicher und zeitlicher Bezug zu dem vorliegenden Sachverhalt hergestellt werden." Allerdings habe der Tatverdächtige den Sachverhalt in der Vernehmung bestritten.

Auch das Fahrzeug der Frau sei spurentechnisch untersucht worden, erklärt die Polizei, und an ihrem Auto hätten Spuren des Täters gesichert werden können. "Im Rahmen Abgleichs wurde eine Übereinstimmung festgestellt, durch die der Tatverdacht gegen den Mann erhärtet werden konnte."

Durch die Staatsanwaltschaft Trier wurde bei dem zuständigen Amtsgericht Trier ein Haftbefehl erwirkt. Am Samstag, 5. November, wurde der Mann festgenommen und dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser ordnete Untersuchungshaft an. Der Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.
Nach seiner Festnahme, so erklärt die Polizei, habe der junge Mann eingeräumt, dass er für die Tat verantwortlich sei. Als Motiv gab er an, sich über das Fahrverhalten der Frau geärgert zu haben.

Vorfall am 5. Oktober: "Du kommst jetzt mit oder ich drück ab", sagte der Mann und zielte mit der Pistole auf den Kopf der 44-Jährigen. Sie saß im Auto, er streckte die Waffe durch das teilweise geöffnete Seitenfenster und bedeutete ihr auszusteigen. Es waren Szenen, die man eher aus US-amerikanischen Gangsterfilmen kennt. Abgespielt haben sie sich aber offenbar am Mittwoch, 5. Oktober, auf der Kreisstraße 33 zwischen Neunkirchen und Neroth. Was war passiert? Das Opfer, die 44-Jährige, mache eine Aussage bei der Wittlicher Kriminalpolizei, die die Ereignisse jener Nacht so zusammenfasste: Gegen 20.40 Uhr, fuhr die Frau aus dem Vulkaneifelkreis von Daun in Richtung Neroth. Schon bevor sie auf die Bundesstraße 257 kamt, bemerkte sie den dunklen Kombi, der sie verfolgte. Bis zur K 33 sah sie die Scheinwerfer des Autos mit dem gelben Nummernschild im Rückspiegel. Doch dann in einer Kurve überholte der Wagen sie und hielt so vor ihr an, dass auch sie gezwungen wurde, ihr Auto zu stoppen. Der Fahrer, ein circa 30 Jahre alter, etwas untersetzter Mann, stieg aus und kam ans Seitenfenster ihres Autos. Plötzlich zog er eine Pistole, hielt sie durch die Scheibe und forderte sie auf auszusteigen. "Ich drück ab", drohte er. Später sagte die Frau aus, dass der Täter akzentfreies Deutsch sprach. Und dass sie seinen auffälligen Geruch nach Öl durch die Scheibe wahrnehmen konnte. Doch sie stieg nicht aus, "sie verweigerte dies sogar lautstark", wie die Polizei erklärte. Als sie sich nach wiederholter Drohung immer noch nicht regte, öffnete er ihre Fahrertür. Er versuchte sie aus dem Auto zu zerren. Sie hielt sich fest, strampelte mit den Beinen, wehrte sich.
Genau in diesem Moment sah sie Scheinwerfer. Ein Auto näherte sich den beiden. Ihr Peiniger flüchtete von ihrem Wagen, setzte sich in sein eigenes Auto und fuhr in Richtung Neroth davon.