Autohof spaltet die Gemüter

Aus raumplanerischer Sicht gibt es seitens der Verbandsgemeinde Bitburg-Land gegen den in Meilbrück anvisierten Autohof keine nennenswerten Bedenken. Dennoch ist das Vorhaben umstritten. Denn seit Jahren wird ein LKW-Verbot für die B 51 gefordert. Wofür dann unmittelbar daneben ein Service-Angebot für Fernfahrer?

Auf der gegenüberliegenden Seite der Raststätte Meilbrück soll ein Autohof entstehen. TV-Foto: Uwe Hentschel

Meckel-Meilbrück. Dass der Hauptausschuss der Verbandsgemeinde Bitburg-Land in seiner jüngsten Sitzung im Rahmen der sogenannten "vereinfachten raumordnerischen Prüfung" keine Einwände geäußert hat, liegt daran, dass es keine nennenswerten Einwände gab. Der Flächennutzungsplan müsse zwar noch entsprechend angepasst werden, da es dort noch landwirtschaftliche Flächen gebe, "doch ansonsten gibt es keine Anhaltspunkte für Bedenken", sagt Stefan Göbel, zuständiger Sachbearbeiter der Verbandsgemeindeverwaltung. Gegen die Pläne, auf dem Gelände gegenüber der Tank- und Raststätte Meilbrück einen Autohof zu errichten (der TV berichtete), gibt es also zunächst nichts einzuwenden.

Gespaltene Meinung innerhalb der Fraktionen



Das ändert sich jedoch, wenn von der nüchternen Ebene der Verwaltung auf die politische und damit emotionale Ebene gewechselt wird. Denn seit Jahren wird von Anwohnern und Pendlern ein Brummi-Verbot für den B 51-Abschnitt zwischen Trier und der A 60 gefordert. Vor diesem Hintergrund wäre ein Autohof, der vor allem von LKW-Fahrern genutzt werden soll, möglicherweise der falsche Ansatz. Zumindest gibt es zwischen den Fraktionen des VG-Rats, aber auch innerhalb, geteilte Meinungen zu diesem Projekt. "Wir wollen natürlich nicht gegen jemanden vorgehen, der dort investieren möchte", sagt CDU-Fraktionssprecher Matthias Francois, doch beiße sich das Projekt mit der permanenten Forderung eines LKW-Verbots. In den kommenden Tagen solle deshalb innerhalb der Fraktion über das Thema beraten werden. Ähnliches plane auch die FWG, wie der Fraktionsvorsitzende Willi Fink erklärt, und auch die SPD. Deren Fraktionschef Jürgen Holbach äußert jedoch Zweifel, dass es in absehbarer Zeit ein LKW-Verbot geben werde. "Eine realistische Chance sehe ich nicht", sagt Holbach. "Die Frage ist allerdings, ob durch einen Autohof nicht noch zusätzlicher Verkehr auf die B 51 kommt, der ansonsten auf der Autobahn über Wittlich fließen würde."

Doch unabhängig davon, ob die Fernfahrer, die zwischen Trier und Belgien unterwegs sind, über Bitburg oder über Wittlich fahren: Sie kommen alle an der Nattenheimer Barriere bei Fließem vorbei. Und für Ralf Mayeres von den Grünen wäre deshalb - wenn überhaupt - Fließem der geeignete Standort für einen Autohof. Doch auf keinen Fall Meilbrück, betont er. "Wer Fernverkehr lieber auf der Autobahn als auf Nebenstrecken sieht, muss jetzt Farbe bekennen."

Extra Autohof Meilbrück: Konkrete Pläne für den Bau eines Autohofs gegenüber der Raststätte Meilbrück gibt es derzeit noch nicht, dafür aber ein grobes Konzept, das nun in einem Genehmigungsverfahren geprüft wird. In der Überlegung sind unter anderem ein bewachter Stellplatz, ein Hotel ohne Gastronomiebetrieb, eine Fastfood-Filiale, ein Getränkemarkt sowie ein Erotik-Shop. Nach Auskunft des Raststätten-Betreibers, der den Autohof errichten will, werde mit der Vermarktung allerdings erst begonnen, wenn das Vorhaben genehmigt sei. Über eine Fußgängerbrücke, die derzeit über der B 51 errichtet wird, wäre dieser Autohof dann mit der Raststätte verbunden. (uhe)