Autor schreibt sich Kriegserinnerungen von der Seele

Bitburg · Herbert Wirtz erzählt in seinem autobiografischen Buch "Ein Eifeljäger" über seine Kriegserlebnisse als Jugendlicher und andere Geschichten aus seinem Leben. Er stellt das Buch heute im Bürgerhaus in Erdorf vor.

Herbert Wirtz hat seine Erinnerungen in einem Buch festgehalten. TV-Foto: Bettina Bartzen

Bitburg. Zwei Winter lang schrieb Herbert Wirtz an seinem autobiografischen Buch "Ein Eifeljäger". Viele Geschichten handeln von Kriegserlebnissen in seiner Jugend. Was er als 16-Jähriger erlebte, das lässt ihn bis zum heutigen Tag nicht los. "Jedes Jahr zu Weihnachten ist es besonders schlimm", sagt Wirtz. Denn Weihnachten 1944/45 lag er mit seinen Kameraden im Schützengraben. Sie starben links und rechts neben ihm.
Die Geschichte der "Rundstedt-Ardennen-Offensive" kann er bis heute noch nicht vorlesen. "Mir ist nichts passiert, aber die Erinnerung bleibt", sagt Wirtz. Bald darauf geriet er in amerikanische Gefangenschaft. Zurück im elterlichen Haus in Zendscheid versorgte seine Mutter ihn mit Haferschleim. Denn etwas anderes konnte er nicht essen. "Ich war total erschöpft, aber glücklich, wieder zu Hause zu sein", erinnert sich Wirtz.
Seine beiden Kinder brachten ihn auf die Idee, seine Erinnerungen niederzuschreiben. Als seine Frau nach zehn Jahren Pflege starb, hatte Wirtz plötzlich sehr viel Zeit. Das Handwerk lernte er in der Biografischen Schreibwerkstatt, wo er kleine Geschichten veröffentlichte.
"Beim Schreiben kann man mehr ins Detail gehen. Anders als bei mündlichen Erzählungen", sagt Wirtz. Für ihn sind die Geschichten durch das Schreiben ständig präsent, trotzdem kann er durch den Abstand die Gedanken besser loslassen. Nach dem Krieg verlief das Leben etwas ruhiger. Er bekam eine Stelle bei der Bahn und arbeitete mehr als 20 Jahre auf dem Bahnhof Erdorf. Seitdem Wirtz 1972 seine Jägerprüfung machte, engagiert er sich für den Erhalt der Natur. Auf seinem Hochsitz kann der 86-Jährige seine Gedanken wunderbar schweifen lassen. Er hat auch schon ein neues Buchprojekt im Kopf. Thema: das Dorfleben in den 1940er Jahren. beba

Das Buch wird heute um 19.30 Uhr im Bürgerhaus in Erdorf vorgestellt. Mit dabei ist der Männergesangverein Kyllecho.
Das Buch ist im Neumann-Neudamm Verlag erschienen und im Buchhandel für 19,95 Euro erhältlich.