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Bademer bekommen eine Halle für alle

Bademer bekommen eine Halle für alle

Über ein Jahr hat die Sanierung der Gemeindehalle in Badem gedauert. Die Arbeiten wurden Mitte Oktober beendet - genau, wie der Gemeinderat es den Vereinen angekündigt hatte. Nun wird die Halle am Freitag, 15. Januar, eingeweiht. Und zwar mit den Erinnerungen seiner Dorfbewohner. Ein Künstler hat im Rahmen von "Kunst am Bau" deren Fotos in vier Lichtrahmen verewigt.

Badem. Orange, rot, pink, lila, grün und blau. Die vier großen Leuchttafeln über der Eingangstür zur neuen alten Gemeindehalle in Badem wechseln ständig ihre Farbe. In jedem sind mehrere Bilder eingebettet, die Einwohner, Häuser, Straßen und die Kirche des Ortes zeigen. "Viele Einheimische werden vertraute Gesichter oder bekannte Stellen bestimmt wiedererkennen", erzählt Bürgermeister Bernhard Klein, der voller Stolz den Lichtschalter für das Bildkonstrukt umlegt. Auch sein Vater ist auf einer der Tafeln zu sehen. Im Rahmen von "Kunst am Bau" (siehe Extra) suchte der Gemeinderat jemanden, der sich für die Halle etwas Kreatives einfallen lässt.Kunst von einem Eifeler


Die Wahl fiel auf den Künstler Dieter Nusbaum. Der gebürtige Eifeler weiß, worauf es bei "Kunst am Bau" ankommt: "Die Menschen, die dort leben, sollen sich mit dem Werk identifizieren", erklärt er. Deshalb will der Künstler ihre Geschichten zum Leben erwecken. Über ein Jahr hat Nusbaum an der Installation gearbeitet - genau so lange, wie die Sanierung der Halle gedauert hat. Während dieser Zeit besuchte er mehrere Male diejenigen, die ihre Fotos für sein Vorhaben bereitstellten. "Eine Frau hatte in ihren Fotoalben ganz viele tolle Bilder. Einige zeigten zum Beispiel den Bau der Kirche", erzählt Nusbaum. Und da sich die Bademer mit ihrer Kirche und Wilhelm Arnoldi, der aus dem Ort stammt und von 1842 bis 1864 Bischof von Trier war, identifizieren, entscheidet er sich für das Gotteshaus als Motiv.

Auch Bürgermeister Klein erinnert sich, wie die Gemeinde dazu aufgerufen wurde, Bilder einzureichen: "Die Teilnahme war groß. Nachdem Dieter Nusbaum und der Gemeinderat alle Fotos gesichtet hatten, zog sich der Künstler zurück und wählte seine Favoriten aus. Diese sind nun an der Wand der Gemeindehalle verewigt." Doch was war der Grund für die Sanierung? Die Antwort ist laut Bürgermeister simpel: Der Bau, der aus dem Jahre 1982 stammt, sei nicht mehr zeitgemäß gewesen. Die Isolierung ließ zu wünschen übrig, der Boden sei total abgenutzt gewesen - was bei zwölf Vereinen und einer Kindergartengruppe, die die Halle täglich nutzten, kein Wunder sei. Zudem habe es für alle nur einen Lagerraum gegeben, was zur Folge hatte, dass alles wild durcheinander gelagert wurde: Tischtennisplatten, Matten, Barren und andere Turnutensilien - jeder habe auf kleinstem Raum versucht, das Beste rauszuholen, um dem anderen nicht den Platz wegzunehmen, sagt Klein.

Deshalb hat sich der Gemeinderat in Rücksprache mit den Vereinen für die Erneuerung der Halle entschlossen. Am 1. September 2014 beginnen die Arbeiten. 1400 Stunden später, sprich Mitte Oktober 2015, sind sie abgeschlossen. "Wir hatten einen Slogan: Eine Halle für alle, alle für eine Halle", erzählt der Bürgermeister. Jeder, egal ob Bauarbeiter oder Freiwilliger, habe gut angepackt.

Nun gibt es auf über 400 Quadratmetern für alle genügend Platz: Seien es die Stauräume für die Vereine, ein Besprechungsraum, der vom Gemeinderat sowie vom Jugend- und Mehrgenerationentreff genutzt wird, eine Sektbar oder eine Küche, die für größere Veranstaltungen gemietet werden können. Eben eine Halle für alle.
Die offizielle Einweihung der Halle (Hubert-Lux-Straße 10) ist am Freitag, 15. Januar. Innenminister Roger Lewentz wird ein Grußwort halten. Die Veranstaltung findet um 14 Uhr statt.Extra

Kunst am Bau Bei allen Schulen, Kindergärten, Hallen oder anderen Bauten, die mit öffentlichen Mitteln finanziert wurden, müssen ein bis zwei Prozent der Bausumme in Kunst investiert werden. Für die neue Gemeindehalle in Badem wurden 1,1 Millionen Euro ausgegeben, wovon die Hälfte vom Land bezuschusst wurde. 17 000 Euro wurden für die Arbeit an den vier Lichtrahmen ausgegeben.