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Bald flanieren Tiere über die A 1

Bald flanieren Tiere über die A 1

250 000 Wildunfälle ereignen sich bundesweit jedes Jahr. Um zu verhindern, dass Tiere auf die Fahrbahn laufen, werden Wildbrücken gebaut. Auf der A 1 laufen derzeit die letzten Arbeiten für die 3,5 Millionen Euro teure Brücke.

Engelgau. Damit die Wildtiere gefahrlos die Autobahn überqueren können, wurde bei Engelgau (Kreis Euskirchen) extra eine Brücke gebaut. Rund 3,5 Millionen Euro kostet dieses Bauwerk zwischen den Abfahrten Nettersheim und Blankenheim. Doch noch ist der Weg für die Tiere nicht freigegeben. Ein Schutzzaun verhindert derzeit, dass Wildtiere die für sie vorgesehene Brücke schon nutzen können. Möglich wäre es nämlich schon. Durch Erdanschüttungen sind die Steigungen an den Brücken-Rändern schon egalisiert worden. Doch dieses Projekt ist noch nicht ganz abgeschlossen. "Es fehlt noch ein guter Meter Erde", sagt Bernd Aulmann, Pressesprecher des Landesbetriebs Straßen NRW Euskirchen-Ville. Noch gut einen Monat, so heißt es vonseiten des Landesbetriebs, werden die Arbeiten dauern. Die eigentliche Brücke sei bereits fertig, jetzt seien nur noch Restarbeiten zu erledigen. Derzeit verlegen die Mitarbeiter der Firma Weiland auf dem Beton der Brücke ein Vlies. Auf diesem wird ein Schutzband gegen Wurzelfraß angebracht. Darauf kommt ein weiteres Vlies. Es folgen eine Sandkies-Schicht und zum Abschluss meterdickes Erdreich, auf dem Gräser und Sträucher wachsen sollen. Recht aufwendig wird auch der zwei Meter hohe sogenannte Irritationszaun aus einer Bretter-Konstruktion gestaltet. Dadurch soll das Wild daran gehindert werden, auf die Autobahn zu springen. Zudem werden die Tiere dadurch nachts vor blendendem Scheinwerferlicht der Autos geschützt. Fährtenleser an der Brücke

Diese Sicherheitsvorkehrungen entlang der Autobahn kosten rund eine Million Euro. Die aus Mitteln des Konjunkturpakets II finanzierte Brücke schlägt wie bereits erwähnt mit 3,5 Millionen Euro zu Buche. Auch wenn die Brücke für die Tiere freigegeben ist, wird man sie genau beobachten. Die Bilder der angebrachten Kameras kann jeder im Internet anschauen. Darüber hinaus wird rechts und links der Wildbrücke eine mehrere Meter breite Sandspur ausgebracht. Dort werden die Fachleute des Landesamts für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Daten sammeln. Anhand der Spuren im Sand werden Fährtenleser die Tierarten bestimmen und deren Anzahl feststellen können. Die Fachleute sind jedenfalls schon gespannt, wie die Tierwelt reagieren wird - und ob durch die Brücke tatsächlich ihre Lebensräume zusammengeführt werden. Und auch darauf, ob möglicherweise die Zahl der Wildunfälle - nach Angaben des ADAC ereignen sich bundesweit mindestens 250 000 pro Jahr - im Bereich der Wildbrücke zurückgeht. Extra

Mit Hilfe zweier Kameras, die den Fortgang der Brückenbaumaßnahme dokumentieren, sind die Baumaßnahmen auch im Internet zu verfolgen. Zurzeit befinden sich die Aufzeichnungsgeräte aber zur Auswertung bei der Polizei. In der Nacht zum vergangenen Donnerstag hatten sich Unbekannte Zugang zur Baustelle verschafft und ein Fass mit 1000 Litern Diesel gestohlen. Die Diebe hatten nach Angaben der Polizei einen Radlader aufgebrochen und zunächst eine schwere Betonplatte, mit der das Fass gesichert wird, entfernt und dann das Dieselfass gestohlen. Jetzt hofft die Polizei, den Tätern mit Hilfe der Aufzeichnungen auf die Spur zu kommen. hi