Bald geht's wieder per Rad ins Lustige Prümtal

Freizeit : Der Klassiker, fest im Sattel

Zum 22. Mal steht der Aktionstag „Lustiges Prümtal“ auf dem Terminplan: Am ersten Septembersonntag steigen wieder Tausende in die Pedale und rollen durch die Verbandsgemeinden Prüm und Arzfeld.

Ist das „Lustige Prümtal“ nun ein Raderlebnistag mit Programm oder doch eher das längste Dorffest der Eifel, das aus praktischen Gründen mit dem Fahrrad erkundet werden muss? Ganz genau kann man das nicht sagen, doch eins steht fest: Sofern das Wetter mitspielt, gehen beim gemeinsamen Aktionstag der Verbandsgemeinden Arzfeld und Prüm wieder viele Hundert Radfahrer auf die 27 Kilometer lange Strecke. Am Sonntag, 2. September, ist es wieder soweit.

„Wir gehen mittlerweile in die 22. Runde und sind damit ein richtiger Klassiker – das ist definitiv ein Grund sich zu freuen“, sagt der Prümer VG-Bürgermeister Aloysius Söhngen. Wie viele Besucher tatsächlich auf die verkehrsberuhigte Strecke zwischen Olzheim und Waxweiler gehen werden, stehe zwar noch in den Sternen, sagt Söhngen. Zu wetterabhängig sei das Ganze, um eine Prognose zu wagen. „Aber eins steht fest, ob Regen oder Sonnenschein, in den Dörfern wird mit Sicherheit ordentlich gefeiert.“

Wohl die größte Party steigt dabei diesmal im südlichsten Dorf. Die Pfarrei Waxweiler feiert nämlich gleichzeitig mit dem Aktionstag ihre Johannes- und Schutzengelkirmes. Um 11 Uhr sind alle Gläubigen zum Festhochamt in die Pfarrkirche eingeladen. Danach wird Pfarrer Siegfried May alle mitgebrachten Fahrräder und deren Piloten auf dem Kirchenvorplatz segnen. Die Vereine und die Gastronomie der Ortsgemeinde bieten über den ganzen Tag verteilt ein buntes Rahmenprogramm für alle Gäste an. Wer dort im Süden auf die Strecke geht und zeitig da ist, kann sich ab 9 Uhr beim Radler-Frühstück stärken.

„Genau dieser Einsatz der Einwohner und Vereine ist in allen dreizehn Orten vorhanden“, stellt Arzfelds VG-Chef Andreas Kruppert zufrieden fest. Überall entlang der Strecke brächten sich Anwohner in die Vorbereitungen ein. Söhngen ergänzt, dass sich im Laufe der Jahre teils sogar eigene Vereine gegründet haben, „allein für die Umsetzung der Aktionen. Es fällt schwer, einen Ort herauszupicken – alle bieten kulinarisch etwas, fast überall gibt es kleine Unterhaltungsprogramme.“

„Rechnet man alle zusammen, also die Helfer der Vereine und Gruppen, der Polizei, des Deutschen Roten Kreuzes in Prüm, des Rad-Sport-Clubs Schneifel, der Ortsgemeinden und auch der Polizei und Feuerwehr, kommen wir auf eine Zahl von 700 bis 800 Akteuren. Das ist schon ein beeindruckender Einsatz“, sagt Söhngen

Die VG-Bürgermeister freuen sich, dass wieder alle angestammten Teilnehmergemeinden mit dabei sind. Im Norden geht es los in Olzheim, von dort führt die Route entlang der K♦164 über Hermespand nach Prüm, weiter über die B♦410 nach Niederprüm, Weinsfeld, Watzerath, Pittenbach, Pronsfeld und schließlich Lünebach. Von dort führt die Strecke die Fahrer weiter über Merlscheid, Kinzenburg und Heilhausen nach Waxweiler. Der Aufwand der dafür im ganzen Prümtal betrieben wird, ist immens.

Mit die ersten, die sich am Sonntag in aller Frühe um den reibungslosen Ablauf des Lustigen Prümtals kümmern, sind die Mitarbeiter der Polizeiinspektion Prüm. Sie werden bis 9 Uhr in der Frühe bereits alle Straßensperrungen entlang der Aktionsstrecke eingerichtet haben, denn schon ab 9 Uhr haben Drahtesel und Inliner freie Fahrt auf der Strecke – ohne motorisierten Verkehr. Allerdings mit einer großen und bedeutenden Ausnahme: E-Bikes sind selbstverständlich willkommen.

„Wenn man sich die Sache genau anschaut, hat der Boom sogar zum großen Erfolg des Tages und auch des Radtourismus in der Region beigetragen“, sagt Söhngen. Erst die elektronisch unterstützten Fahrräder hätten die Eifel für eine breite Gruppe von Freizeitsportlern attraktiv gemacht, sagt Söhngen. „Sie scheuten einst unsere Hügel. Wenn man nun aber vor keiner Steigung mehr Angst haben muss, lässt sich auch die Eifel auf zwei Rädern gut erkunden.“

Ein Eindruck, den Josef Freichels und Georg Sternitzke, Leiter der Touristinformationen Arzfeld und Prüm, teilen. „Man bemerkt schon einen deutlichen Anstieg des Radtourismus in den vergangen Jahren“, sagt Sternitzke. So seien allein auf dem Prümtal-Radweg knapp 50 000 Radfahrer im Jahr unterwegs. „Eine Entwicklung, die wir natürlich begrüßen“, sagt Freichels.

Übrigens sei man etwas stolz darauf, dass die Wegstrecke in diesem Jahr seit langem mal wieder ohne Sperrungen oder Baustellen auskomme, sagt Kruppert. „Gut, der Hahnplatz ist noch nicht fertig. Aber die Strecke ist hier frei, und wir werden auch ein Plätzchen für unsere Aktionsbühne finden“, sagt Söhngen. Das Planungsteam ist zufrieden mit den Vorbereitungen. „Nun wird noch geworben, was das Zeug hält, und dann können wir nur noch aufs gute Wetter hoffen“, sagt Söhngen.

Der Verkehr auf der Strecke ist von 9 bis 19 Uhr für Kraftfahrzeuge gesperrt. Das Programm in den Dörfern beginnt um 10 und endet um 18 Uhr. Weitere Informationen zu den einzelnen Stationen im Internet unter: www. lustiges-pruemtal.de

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