Bald kurvenfrei über die "Milchstraße"

Bald kurvenfrei über die "Milchstraße"

SCHLOSSHECK. Das Ende der Kurverei ist in Sicht: Die Verbindung von der A 60-Abfahrt Prüm nach Schlossheck, jahrelang von der Milch-Union Hocheifel ersehnt (der TV berichtete), ist nahezu fertig gestellt. Und sie wird billiger als vorgesehen.

"Es wird, es wird", freut sich Rainer Sievers, Geschäftsführer der Milch-Union Hocheifel (Muh) in Pronsfeld. Wenige Wochen noch, dann können die Muh-Sattelschlepper auf deutlich kürzerem und schnellerem Weg in Richtung A 60 und zur Bundesstraße 51 rollen: Die lang ersehnte "Milchstraße" ist fast fertig. Der Molkerei-Chef lobt die Eifeler Baufirma Backes und die zuständige Behörde, den Landesbetrieb Straßen und Verkehr in Gerolstein (LSV): "Man gibt da richtig Gas, das finde ich gut." Die Muh ihrerseits übernahm die Anliegerkosten für die neuen Bürgersteige in Schloßheck. "Wir haben draufgehalten"

"Wir haben da ziemlich draufgehalten", bestätigt LSV-Leiter Harald Enders. Nicht die einzige gute Nachricht rund um die künftig kürzere und schnellere Verbindung zwischen den Milchmännern und ihren Abnehmern: Auch die Landesstraße 16 zwischen Schloßheck, der Molkerei und der B 410 bei Pronsfeld soll zügig erneuert werden, wie Harald Enders berichtet. "Die Planung ist fertig, die Abstimmung steht kurz vor dem Abschluss, Ende Mai ist die Ausschreibung." Das Sahnehäubchen aber ist die Mitteilung, dass die "Milchstraße" nur etwa gut die Hälfte der veranschlagten Summe kosten wird: 765 000 Euro Baukosten plus Landespflege, Straßenausrüstung und Deponiekosten für überschüssigen Bodenaushub - macht unterm Strich 850 000 Euro. Harald Enders: "Wir werden deutlich unter der veranschlagten Summe liegen. Die Maßnahme stand mit 1,5 Millionen Euro im Haushalt." Das gesparte Geld, sagt Enders, werde anderen Straßenprojekten in der Region zu Gute kommen. Kann sein, dass man es schon beim anstehenden Ausbau der L 16 braucht: "Das sind 2,3 Kilometer, die mit 700 000 Euro im Haushalt stehen. Das kann allerdings teurer werden, weil wir alles von Grund auf neu aufbauen müssen." Bis Jahresende soll dann die durchgehende Verbindung von der A 60 bis hinab nach Pronsfeld fertig sein. Muh-Geschäftsführer Sievers rechnet dank der neuen Verbindung mit beträchtlichen Einsparungen für den Eifeler Großbetrieb: "Wenn man Zeit- und Spritfaktor aufs Jahr hochrechnet, kommt man schon auf 100 000 bis 150 000 Euro. Es kann sogar sein, dass es noch mehr wird. Und wir haben endlich eine Infrastruktur, die ein Unternehmen unserer Größenordnung braucht." Für das kommende Jahr plant die Gerolsteiner Behörde dann den - ebenfalls dringend notwendigen - Ausbau der B 410-Ortsdurchfahrt in Watzerath. "Das ist ja auch noch einiges an Arbeit", sagt LSV-Leiter Enders im Blick auf den Flickenteppich, an den die Straße dort erinnert. "Aber im Laufe des nächsten Jahres haben wir dann dort die ganze Ecke saniert." Nicht erneuert hingegen wird die K 119 von Schloßheck in Richtung Lünebach. Das aber hat weniger mit Geld zu tun, sondern damit, dass die Straße nicht als Umgehung genutzt werden soll. Harald Enders: "Wir wollen auf dieser Strecke keinen Schleichverkehr."