Bald schneller im Netz

Arzfeld ist wie durch einen unsichtbaren Graben geteilt. Während in der einen Ortshälfte die Zukunft bereits begonnen hat und DSL genutzt werden kann, muss der andere Teil noch mit einer langsamen Internetverbindung kämpfen.

Arzfeld. (syr) Wer in Arzfeld am weltweiten Netz teilnehmen will muss oft eine große Portion Geduld mitbringen. In vielen Dörfern ist häufig nur der Einsatz von ISDN möglich. Für die Gemeinde ist das ein echtes Problem, denn zukünftige Bauherren fragen immer öfter nach dem örtlichen Zugang zum Internet. Ansiedlungen von Firmen werden durch einen fehlenden Internetzugang ausgeschlossen. Seit langem sucht man in Arzfeld und Umgebung nach einem Partner, um die flächendeckenden Versorgung mit DSL sicherzustellen. Mit der Firma Vodafone glaubte man zunächst fündig geworden zu sein. Die von Vodafone geforderte Mindestteilnehmerzahl von 125 Haushalten konnte jedoch nicht erreicht werden. Für Arzfeld rückte das schnelle Internet in weite Ferne. In dieser Situation kam jedoch der Zufall Bürgermeister Alfons Kockelmann zu Hilfe. Er erfuhr, dass die Firma Paracom die Ortschaft Arzfeld als Zwischenstation für ihr "Air-DSL" Netz nutzen will. Während einer Informationsveranstaltung im Gemeindehaus erläuterten der Geschäftsführer der Paracom GmbH aus Oberehe, Thorsten Barzen, und Bürgermeister Alfons Kockelmann die Absicht eine WLAN-Lösung, die unabhängig von evtl. vorhandenen ISDN- oder Analog-Telefonanschlüssen der Telekom funktioniert, aufzubauen. Ein DSL- oder Festnetzanschluss wird dann nicht mehr benötigt. Die Bandbreite der Internetverbindung soll bis zu 16 000 kBit/s im Download betragen. Die Uploadgeschwindigkeit beträgt vorerst bis zu 576 kBit/s. Dies entspricht dem derzeitigen Maximalwert eines DSL-6000 Anschlusses. Im Mittel werden jedoch nur Werte erreicht, die einem DSL-2000 oder -3000 Anschluss gleichen, weil sich bei der Technik der "geteilten Leitung" Nutzer einen gemeinsamen Anschluss teilen. Um das geplante DSL-Netz umsetzen zu können, müssen mindestens 25 Interessenten einen Anschluss beantragen.