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Banges Warten auf den Regen: Angler sorgen sich um Fische in Eifeler Flüssen

Trockenheit : Das bange Warten auf den Regen - Angler sorgen sich um Fische in Eifeler Flüssen

Das sonnige Wetter hat auch Schattenseiten: die Eifeler Flüsse trocknen zunehmend aus. Wenn es nicht bald regnet, sagt Kreisfischereiberater Herbert Schneider, könnte es gefährlich für Fische werden.

Angeln ist das perfekte Hobby in Zeiten der Corona-Krise. Man sitzt — meist allein — am Wasser, und hält Abstand. Und das sonnige Wetter lädt im Moment auch dazu ein, die Ruten auszuwerfen. Dennoch machen sich einige Fischer derzeit Sorgen. Und das ausgerechnet wegen des strahlend-blauen Himmels.

Seit Wochen bereits sind kaum Wolken über der Eifel zu sehen, der Regen lässt auf sich warten. Und das lange. Seit Tagen ist in Prüm und Bitburg kein Tropfen gefallen. Zum Vergleich: Im Schnitt stürzen zwischen einem und drei Millimeter Niederschlag.

Klar: Trockene Episoden gibt es immer. Und der April macht ohnehin, sprichwörtlich, was er will. Was wir in der Region aber derzeit erleben, hat historische Ausmaße. Laut Wetterexperten ist der April 2020 der trockenste seit 1881. Und das ist auch den Gewässern in der Eifel anzusehen.

Kiesbänke tauchen aus der Sauer bei Bollendorf auf. Normalerweise sind sie meist vom Wasser bedeckt. Und auch Prüm, Nims, Kyll und Enz stehen auffallend niedrig. Von den ganzen kleinen Bächen gar nicht zu reden, die sich in den vergangenen Tagen in Rinnsäle verwandelt haben.

Die Pegelstände und Abflüsse, die das rheinland-pfälzische Landesamt für Vermessung und Geobasisinformationen erhebt, sind zwar noch nicht im kritischen Bereich. Die Kurve der letzten beiden Monate zeigt aber steil nach unten.

So fließt inzwischen nur noch halb so viel Wasser die Kyll hinunter wie noch Ende März. Damals waren es noch 3,7 Kubikmeter pro Sekunde, die das Pegelhäuschen bei Densborn passiert haben, jetzt nur noch 1,8.

Noch dramatischer ist die Lage der Prüm bei Wiersdorf. Hier wurde Ende März noch ein Abfluss von fünf Kubikmetern pro Sekunde gemessen. Derzeit liegt der Wert bei 0,7.

„Ein Fischsterben hat es nicht gegeben“, gibt der Bitburg-Prümer Kreisfischereiberater Herbert Schneider erst mal Entwarnung, fügt aber hinzu: „Wenn das noch zwei bis drei Wochen so weitergeht, laufen wir auf einen gefährlichen Punkt für die Unterwasser-Fauna zu.“

Vor allem, wenn sich zur Trockenheit extreme Hitze geselle. Denn wenn das Wasser sich stark erwärmt, sinkt der Sauerstoffgehalt. Und die Fische ersticken. Derzeit sei die Qualität der Gewässer noch gut, sagt Schneider, der die Flüsse im Eifelkreis regelmäßig beprobt. Das könne sich aber bei entsprechenden Wetterlagen schnell ändern.

Ein weiteres Problem laut Schneider: Fische wie Eschen oder Nasen laichen an Kiesbänken. Wenn diese aber nun zunehmend austrocknen, wie dies derzeit bereits an der Sauer zu beobachten ist, stirbt auch der Nachwuchs. „Im schlimmsten Fall verlieren wir so eine ganze Generation von Fischen“, sagt Schneider, der deshalb hofft, dass es bald endlich richtig regnet.

Nun kann der Mensch dazu wenig beitragen, höchstens weniger Treibstoffgase in die Atmosphäre blasen, um den Klimawandel zu verlangsamen. Denn der begünstigt nach Expertenmeinung Extremwetterlagen wie diese.

Verschlimmern aber können manche das Problem, sagt der Kreisfischereiberater, indem sie in solchen Phasen noch Wasser aus den Flüssen abpumpen. Solche Fälle habe es in den vergangenen beiden Jahren einige gegeben.

Wer dabei erwischt werde, sagt Schneider, könne mit Strafe rechnen. Denn Wasser mittels Maschinen aus einem Gewässer abzuzapfen, ist in Deutschland verboten.