1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Bank-Urgestein hilft Raiba in schwieriger Lage

Bank-Urgestein hilft Irrelern in schwieriger Lage : Norbert Leinen wird zweites Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank

Nach der gescheiterten Fusion: Norbert Leinen aus Ehlenz will bei der Raiffeisenbank Irrel zusammen mit seinem Vorstandskollegen Manfred Weiland die Zukunft gestalten.

„Ich freue mich auf eine herausfordernde und spannende Aufgabe.“ So schaut der Eifeler Norbert Leinen auf seine neue Aufgabe als Vorstand der Raiffeisenbank Irrel. Fürwahr: Die Aufgabe scheint nicht leicht zu sein. Denn Leinen muss zusammen mit dem Vorstandskollegen Manfred Weiland die Weichen für das Regionalinstitut neu stellen. Hintergrund ist die von den Mitgliedern abgelehnte Fusion mit der Volksbank Eifel eG im Jahr 2020 und ihre Folgen. Denn damit wurde aus Sicht der Vorstandmitglieder die Chance verpasst, die Raiba Irrel zukunftsfähig zu machen.

Doch die Herausforderungen bleiben aus ihrer Sicht: wachsende Meldepflichten, steigende regulatorische Anforderungen, hoher Investitionsbedarf in eine noch bessere Beratung, Aufwand für die Digitalisierung, Nullzinsumfeld und Herausforderungen bei der Personalgewinnung. Welche Optionen aber hat die Bank? Weiland hatte dem TV noch im Januar gesagt, man werde den Konsens mit den Mitgliedern suchen. Er wollte  sich aber nicht festlegen, ob dies in Form einer Fusion oder nur einer erweiterten Kooperation mit einer anderen Genossenschaftsbank geschehen sollte.

Auch Leinen setzt auf das Gespräch. Er kenne aus eigener Erfahrung die hohe emotionale Bindung von Mitarbeitern sowie Mitgliedern mit ihrer Bank. „Banken dieser Größe können die aktuellen Anforderungen nicht mehr erfüllen. Und da gilt wie in anderen Lebensbereichen auch: die Herausforderung annehmen und die Zukunft gestalten! Das tun wir gemeinsam mit den Mitgliedern, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“

Seine Erfahrung aus mehr als 45 Jahren Tätigkeit in Genossenschaftsbanken sieht er als gutes  Rüstzeug, um gemeinsam mit Weiland die Weichen für das Regionalinstitut neu zu stellen. „Der gegenwärtige Wettbewerb, die Kundenerwartungen und auch die aktuellen regulatorischen Anforderungen sind von Banken dieser Größe schon lange nicht mehr zu stemmen.“

Leinen ist ein genossenschaftliches Eigengewächs. Er war zuletzt Leiter Private Banking und Finanzmanagement mit Gesamtprokura bei der Volksbank Bitburg eG. Diese Funktion erfüllte er bis Mai 2020, als er in die Passivphase der Altersteilzeit eintrat.

Nach dem Ausscheiden des Vorstandsmitglieds Werner Kemmer zum 31. Dezember 2020 bei der Raiffeisenbank Irrel übernimmt er dessen Posten im zweiköpfigen Vorstand.  Aufsichtsratsvorsitzender Norbert Wilmsen dankte Leinen dafür, dass er die Altersteilzeit mit einem Vorstandsposten getauscht hat, um der Raiffeisenbank Irrel aus einer schwierigen Lage zu helfen. Denn für junge Nachwuchskräfte sei der Vorstandsposten in einer Bank dieser Größe unattraktiv gewesen.Manfred Weiland freut sich auf die Zusammenarbeit.

„Norbert Leinen ist aus der Region und weiß, wie kleine Genossenschaftsbanken ticken. Wir haben nun die Chance, gemeinsam mit unseren Mitgliedern die richtigen Schritte zu tun.“