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Bankwesen: Banking von der Couch aus

Bankwesen : Banking von der Couch aus

Stabil und stetig wächst die Volksbank Eifel. Das wird im Rückblick auf das dritte Geschäftsjahr nach der Fusion deutlich. Der Weg ins digitale Zeitalter wird 2019 fortgesetzt. Das bedeutet: weniger Filialen, mehr Beratung. Für die Volksbank ist das kein Widerspruch.

Früher reisten Kunden im besten Anzug oder Kostüm zu ihrer Bank. Zahlten am Schalter Geld ein oder hoben welches ab, überwiesen Rechnungen oder richteten Daueraufträge ein. Seitdem hat sich viel verändert. Solche Standardgeschäfte werden heute von einem Großteil der Kunden längst digital abgewickelt.

Die Volksbank Eifel schätzt, dass inzwischen rund 75 Prozent ihrer Kunden Standardgeschäfte vom Handy, Tablet oder dem Computer von zuhause aus machen. Auf der anderen Seite ist persönliche Beratung bei komplexeren Themen wie Altersvorsorge, Hauskauf oder Geldanlage weiter gefragt.

Genau darauf richtet die Genossenschaftsbank schon seit Jahren ihr Geschäftsmodell aus: Einerseits werden kleine Filialen, die kaum noch genutzt worden seien,  geschlossen. Andererseits wird weiter in den Ausbau der Beratungsleistungen und neuer Filialen investiert.

Beispielhaft ist für den Vorstand die VR-Eins-Filiale in Speicher sowie die Servicepoints VR Sisy in Speicher, Üxheim, Bitburg und Jünkerath. Beim VR-Eins-Konzept handelt es sich um Filialen, die persönliche Beratung von spezialisierten Fachkräften anbieten. Beim VR-Sisy-Konzept können Kunden all das, was sie früher am Schalter erledigt haben, digital mit einem über Video zugeschalteten Berater angehen. Diesen Weg will die Bank auch 2019 fortsetzen, wie der Vorstand bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in Bitburg deutlich machte.

„Wir werden weiter in die zukünftige Ausrichtung und die Struktur unseres Vertriebs investieren“, sagt Vorstand Andreas Theis. So wird ab März die Hauptgeschäftsstelle in Prüm für mehr als zwei Millionen Euro komplett umgestaltet. „Während der Bauzeit werden wir Geldautomaten teils auch in Container unterbringen müssen und die Mitarbeiter finden sich dort, wo gerade nicht gebohrt wird“, skizziert Vorstandskollege Michael Simonis den Ablauf. Die Arbeiten sollen Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Stolz sind die beiden Vorstände darauf, dass die Volksbank Eifel auch im zweiten Geschäftsjahr nach der Fusion in allen wichtigen Kernbereichen ein „stetiges und solides“, wie Theis es ausdrückt, Wachstum verzeichnen kann.

So ist die Bilanzsumme um zwei Prozent auf 1,37 Milliarden Euro gestiegen, was am Zuwachs bei den Kundeneinlagen (plus 2,5 Prozent) auf 1,07 Milliarden Euro und dem um fast drei Prozent gewachsenen Kreditgeschäft liegt. Insgesamt gewährt die Volksbank ihren Kunden Kredite in Höhe von 921 Millionen Euro, wovon 200 Millionen Euro neue, im Jahr 2018 bewilligte Kredite sind.

Ein großes Thema bei der Kreditvergabe sind dem Geschäftsbericht 2018 zufolge Immobilienfinanzierungen, die immerhin rund 70 Millionen Euro der Neukredite ausmachen. „Der Rest“, sagt Theis, „sind Kredite, die wir an Firmen vergeben. Wir sind damit nach wie vor einer der wichtigsten Motoren und Partner der Eifeler Wirtschaft.“

Wachstum verzeichnet die Bank auch beim so genannten Kundenwertvolumen im Verbundgeschäft mit den Partnern Union Invest, R+V Versicherungen und dem Schwäbisch-Hall-Bausparen. Hier verbucht die Genossenschaft Zuwächse um 31 Millionen auf 2,8 Milliarden Euro – entgegen dem Trend.

Neben der Modernisierung der Hauptgeschäftsstelle in Prüm, wo im Herbst ebenfalls eine VR-Eins-Filiale eröffnet werden soll, entstehen weitere VR-Sisy-Stützpunkte in Dockweiler, Oberweis, Mettendorf und Badem. Auf der anderen Seite ist geplant, in diesem Jahr die Filialen in Zemmer, Prüm Bahnhofstraße, Dudeldorf und Kyllburg zu schließen.

„Diese Umgestaltung unseres Vertriebs, die eng mit unseren Regionalbeiräten abgestimmt wird, geht mit Investitionen im siebenstelligen Bereich einher“, sagt Theis und erklärt: „Wir bleiben regional verankert. Das ist das Herzstück unseres Geschäftsmodells.“

Stolz ist der Vorstand darauf, dass die Bitburger Genossenschaftler zum zehnten Mal in Folge bei dem bundesweiten Arbeitgeber-Wettbewerb „Top Job“ ausgezeichnet wurden. Basis der Beurteilung ist unter anderem eine Mitarbeiterbefragung.

Ein weiterer Erfolg: Die Bank wurde bei einem Rating mit „AA-“ bewertet – wie Theis erklärt, „das beste Ergebnis, das an Banken in Deutschland vergeben wurde“.