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Bankräuberprozess vor dem Landgericht: Fälle in Oberkail und Boos

Trier/Oberkeil/Boos : Autos, Drogen, Schulden: Beute war schnell dahin

Ums Geld ging es am Dienstag beim Prozess gegen die mutmaßlichen Bankräuber von Oberkail vor dem Landgericht Trier.

Was ist aus der Beute geworden? Dieser Frage versucht die Dritte Große Strafkammer des Landgerichts Trier am zweiten Verhandlungstag gegen die geständigen Bankräuber E. (31) und K. (27) nachzugehen.

Die beiden Angeklagten aus dem Raum Essen hatten am 1. und 22. Februar 2017 Sparkassenzweigstellen in Oberkail (Eifelkreis Bitburg-Prüm) und Boos (Kreis Mayen-Koblenz) überfallen, insgesamt rund 324 000 Euro erbeutet und hälftig unter sich geteilt.

 Der dritte Angeklagte D. (27) war an den eigentlichen Raubtaten in den Banken nicht direkt beteiligt, sondern wartete als Fahrer des Fluchtautos in einiger Entfernung vom Tatort. Er wurde dafür von E. entlohnt. Vom großen Geld hat D. wohl nichts abbekommen.

Als sicher kann aber gelten, dass von der Beutesumme so gut wie nichts mehr übrig ist. Das ergibt sich schon aus dem Tatmotiv. Wegen ihres hohen Drogenkonsums, zu dem im Fall K. noch chronische Spielsucht hinzukam, waren die beiden Haupttäter bis über beide Ohren verschuldet. Und zwar jeweils im höheren fünfstelligen Bereich.

Vor Gericht geben beide an, mit der Beute zunächst ihre „Verbindlichkeiten“ beglichen zu haben. Und zumindest K. ließ es sich mit dem Rest des neuen Reichtums gut gehen.

Er leistete sich teure Klamotten, einen aufwändigen Lebenswandel, wobei auch die Spielsalons nicht fehlten und standesgemäß eine gebrauchte Corvette (potenter US-Sportwagen), die er aber wohl bald wieder verkaufen musste, als der neue Reichtum schon verraucht war.

Erst Anfang 2020 konnten K. und E. per DNA-Abgleich als Täter identifiziert werden. Zu diesem Zeitpunkt saßen beide wegen einer anderen Sache bereits in Strafhaft, aber es gab einen Ansatzpunkt für Hausdurchsuchungen bei den Familien der beiden.

Gestern berichten darüber die beteiligten Kripobeamten. So wurden in der Wohnung E. immerhin noch rund 80 000 Euro sichergestellt und einiges deutet darauf hin, dass auch Unterstützung an die Familie geflossen sein könnte.

 Eine interessante Erkenntnis präsentiert ein Beamter, der ein Iphone von K. untersucht hatte: Die Tatorte waren darauf über Google-Maps ausgesucht worden.

Die Verhandlung gegen die Angeklagten wird am Montag, 17. August, 9 Uhr, vor dem Trierer Landgericht fortgesetzt.