Bauboom - Der Speckgürtel rund um Bitburg wächst

Kostenpflichtiger Inhalt: 230 neue Baustellen : Bauboom - Der Speckgürtel rund um Bitburg wächst

Der Bauboom rund um die Kreisstadt hält an. 105 Grundstücke wurden in den vergangenen beiden Jahren im Bitburger Land ausgewiesen. 230 weitere Baustellen sollen in den nächsten Jahren hinzukommen. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Ein Kran ragt über Bickendorf empor. Unter der Baumaschine verläuft eine Straße, die vor wenigen Monaten noch nicht da war. Im Frühjahr 2018 sind die ersten Bagger am Ortsausgang Richtung Ließem vorgefahren. Jetzt stehen im Neubaugebiet die ersten Häuser.

Solche Bauarbeiten sind derzeit in der gesamten Verbandsgemeinde (VG) Bitburger Land zu beobachten. 25 545 Menschen leben derzeit in dem Landstrich rund um die Kreisstadt. Das sind mehr als ein Viertel der gesamten Bevölkerung des Eifelkreises (etwa 100 000). Tendenz steigend. Allein in den vergangenen fünf Jahren ist laut Verwaltung die Anzahl der gemeldeten Hauptwohnsitze um 524 Personen gewachsen. Das entspricht einem Anstieg von etwas mehr als zwei Prozent.

Und das liegt nicht etwa daran, dass der Klapperstorch öfter zwischen Badem und Neidenbach landet – sondern am Zuzug aus anderen Regionen. Doch so erfreulich das ist: Die Neubürger brauchen Wohnraum. Und der wird, zumindest in einigen Ortschaften, knapp. Denn „Leerstand gibt es kaum“, schreibt eine Sprecherin der VG. Wer Platz schaffen will, muss also am Ortsrand anbauen. Das passiert derzeit in den sechs Gemeinden Badem, Bickendorf, Dockendorf, Oberweiler, Scharfbillig und Wolsfeld. In den vergangenen zwei Jahren wurden hier Neubaugebiete mit 105 Grundstücken ausgewiesen. Doch auch danach ist im Bitburger Land kein Ende des Baubooms in Sicht, nicht einmal in den Orten, die in den vergangenen zwei Jahren gewachsen sind.

So werden laut VG-Verwaltung in Badem, Bickendorf und Scharfbillig bereits die nächsten Neubaugebiete geplant. Hinzu kommen Baustellen in Bettingen, Bickendorf, Biersdorf am See, Fließem, Hüttingen an der Kyll, Idenheim, Idesheim, Meckel, Messerich, Nattenheim, Neidenbach, Niederstedem und Oberweis. Nach aktuellem Planungsstand macht das rund 230 weitere Grundstücke.

Selbst wenn im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung noch Flächen wegfallen, ist das eine ganze Menge. Wer sich die Entwicklung allerdings genauer anschaut, stellt fest: Es wachsen längst nicht alle Gemeinden im Bitburger Land.

Beliebt sind vor allem Dörfer rund um die Kreisstadt, wie Dudeldorf, Badem und Bickendorf. Aber auch einige Gemeinden an der A 60, der B 51 und der B 257, also den Hauptverkehrsadern Richtung Luxemburg, Trier und Wittlich konnten und werden zulegen.

Ganz anders sieht es im Norden  aus, also in der Alt-VG Kyllburg. Die verzeichnet zwar seit Mitte der 1990er-Jahre erstmals einen Bevölkerungsanstieg. Das liegt aber vor allem am Zugpferd Badem. Andere Orte rund um die Kurstadt sind in den zurückliegenden 25 Jahren geschrumpft und tun es noch.

Die Gründe: Je weiter ein Dorf von der Kreisstadt Bitburg, von Trier und Luxemburg entfernt liegt, desto eher schwindet die Einwohnerzahl. Ganz schwierig haben es Kleinstorte in der Peripherie.

Es ist eine Entwicklung, die sich auch in den Bodenpreisen widerspiegelt. In für Käufer offenbar attraktiven Orten wie Badem, Dudeldorf oder Fließem liegt der Grundstückspreis laut dem Geoportal des Landes Rheinland-Pfalz zwischen 40 und 55 Euro pro Quadratmeter. Wohingegen in Kyllburg oder Neidenbach nur im Schnitt 25-35 Euro fällig werden. Besonders teuer ist das Bauen im südlichen Teil der VG, etwa in Wolsfeld. Hier sind Preise zwischen 55 und 90 Euro je Quadratmeter üblich. Das Bauland ist hier durch die Nähe zum Großherzogtum besonders bei Luxemburgern und Pendlern beliebt.

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