Bauernmarkt in Bitburg: Das Wetter ist nur anfangs ein fairer Partner
Bitburg · Der mittlerweile größte Bauernmarkt der Region hat am Sonntag auch in seiner 24. Auflage wieder zahlreiche Menschen nach Bitburg gelockt. Darüber hinaus darf sich Bitburg seit gestern Fairtrade-Stadt nennen. Die entsprechende Urkunde wurde anlässlich der Markteröffnung überreicht.
Bitburg. Pünktlich auf die Minute schieben sich die Wolken zur Seite, sodass die Sonne zum Vorschein kommt. Das Wetter präsentiert sich um 11 Uhr als fairer Partner und eignet sich daher als passender Rahmen für die Veranstaltung, die sich unten auf der Erde im Garten des Hauses Beda abspielt. Auch wenn ein kleiner Windstoß dafür sorgt, dass der gegen eine Werbetafel gelehnte Glasrahmen umfällt.
Manfred Holz hebt den Rahmen auf und mustert ihn kurz. Glück gehabt! Das Glas ist ganz geblieben. Sicherheitshalber hält Holz den Rahmen jetzt fest. Schließlich ist hinter der Glasplatte etwas Wertvolles. Der Wert ist zwar nur symbolisch, doch es wäre schade, wenn Holz als Repräsentant des Vereins Transfair dem Bitburger Bürgermeister wenig später eine Urkunde hinter einer zersprungenen Glasscheibe überreichen müsste.
So läuft alles wie geplant: Die Sonne scheint, der Bürgermeister freut sich über die Urkunde. Und die vielen Dominosteine, aus denen Jugendliche im Kellerraum des Hauses Beda einen Dominoparcours mit "Fair"-Schriftzug vorbereitet haben, fallen erst der Reihe nach um, als das Startsignal verkündet wird. Bitburg ist nun offiziell eine Fairtrade-Stadt (der TV berichtete). Zudem ist damit auch der 24. Bitburger Bauernmarkt offiziell eröffnet.Bratwürstchen und Kräuter
Mit rund 50 Ausstellern ist es der größte Bauernmarkt der Region. Und dementsprechend ist auch die Resonanz. Bereits gegen Mittag ist der Bedaplatz, wo ein Großteil der Stände steht, voll mit Menschen. Umgeben vom Duft aus Bratwürstchen, Reibekuchen und frischen Kräutern füllen sich die Einkaufstüten mit frischem Obst, Ölen, destilliertem Hochprozentigem und Handwerksprodukten. Auch Elsa-Sylvia von Rospatt bietet ihre Produkte aus Schafswolle an. Hinter ihr hängen Wollsocken, vor ihr liegen Strickpullover und -westen. "Ich habe heute meinen 85. Geburtstag", sagt sie lächelnd. Und am Abend, wenn der Markt vorbei ist, werde das natürlich noch gefeiert, fügt sie hinzu.
Noch aber ist es nicht so weit. In der Bitburger Innenstadt wird es immer voller. Mehrere Tausend Menschen bevölkern nicht nur den Bedaplatz, sondern auch die Fußgängerzone und Trierer Straße, wo ab 13 Uhr anlässlich des verkaufsoffenen Sonntags nahezu alle Geschäfte geöffnet haben.
Zum Ende der Veranstaltung aber zieht sich die Sonne dann doch aus ihrer Verantwortung und überlässt den Wolken das Feld. Sie sorgen am späteren Nachmittag für Regen. Die Fußgängerzone leert sich. Das Wetter erweist sich also doch nicht als ein ganz so fairer Partner wie zunächst gedacht.