1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Verleihung des Staatspreises Architektur: Baukultur in der Eifel weit vorne

Verleihung des Staatspreises Architektur : Baukultur in der Eifel weit vorne

Alle fünf Jahre wird in Mainz der Staatspreis für Baukultur verliehen - zuletzt 2018. Eine Ausstellung im Haus Beda stellt nun die prämierten Bauten vor.

Als 2011 die Initiative Baukultur im Eifelkreis auf den Weg gebracht wurde, war die Skepsis teils groß – mancher Bauherr fürchtete, dass der Kreis fortan in die Gestaltung von Neubauten mitmischen wolle. „Aber das Gegenteil ist der Fall“, sagt Landrat Joachim Streit anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung über den 2018 zuletzt verliehenen Staatspreis für Architektur und Wohnungsbau im Haus Beda. Man wolle allein beratend jedem Bauherrn zur Seite stehen, um aufzuzeigen, was möglich ist.“ Dass der Eifelkreis neun Jahre später Modellcharakter für die Baukultur in Rheinland-Pfalz habe, stimme ihn stolz und glücklich.

Alle fünf Jahre wird die Auszeichnung seit 2003 gemeinsam vom rheinland-pfälzischen Ministerium der Finanzen und der Architektenkammer Rheinland-Pfalz verliehen. „Wir glauben, dass Sie in der Eifel leidenschaftliche Anhänger der Baukultur sind, sonst hätten wir bei allen Staatspreisen nicht immer so viele Projekte aus der Eifel mit dabei gehabt“, sagt Bianca Klein vom Programmbeirat des Zentrums Baukultur. Sie vertrat bei der Eröffnung Stephan Weinberg, Staatssekretär im Finanz- und Bauministerium Rheinland-Pfalz, der sich wegen eines Termins entschuldigt hatte.

Gleich drei Wettbewerbsbeiträge fanden – auch wenn keiner unter den Preisträgern landete – im jüngsten Durchgang Berücksichtigung beim Wettbewerb: Eine umgebaute Scheune in Minden und ein Neubau in Niederweis erhielten jeweils eine „Anerkennung“ – sie ist jeweils mit 2500 Euro dotiert, das Wohn- und Geschäftshaus „Am Spittel“ auf dem alten Postareal in der Bitburger Innenstadt bekam den undotierten Titel „Engere Wahl“. „Baukultur ist keine Hochglanzarchitektur, sondern das gelebte Leben“, kommentierte Bianca Klein.

Die Bedeutung der auf regionale Bautraditionen rücksichtnehmenden Architektur unterstrich Matthias Sieveke, Dekan des Fachbereiches Gestaltung der Hochschule Trier in einem Impulsreferat. „Es soll im Idealfall eine geplante Umwelt geschaffen werden, in der sich die Menschen wohlfühlen“, sagte Sieveke. Gerade unter diesem Gesichtspunkt riet er Entscheidungsträgern in den Dörfern, besonnen ihre Orte zu entwickeln. „Wenn Sie Neubaugebiete ausweisen, ist das meistens verständlich, aber das Dorf wird auf Dauer leiden, denn es lebt von seiner Mitte.“ Auch Rainer Roth, Architekt aus Meckel, betonte in seiner Übersicht von Praxisbeispielen, dass Gebäude nicht als Solitäre in ihrer Umgebung gesehen werden dürfen. „Sie gestalten einen Ort, geben Straßenverläufe vor und sind mit all ihren Nebengebäuden prägend.“

Die Ausstellung „Staatspreis 2018“ kann bis Freitag, 6. März im Haus Beda besucht werden. Weitere Informationen im Internet unter www.haus-beda.de