Bauland in der Eifel wird immer teurer

Bauland im Eifelkreis kostet zwischen 12 und 500 Euro pro Quadratmeter : Bei den Bodenpreisen spreizt sich die Schere

Die Grundstückspreise im Eifelkreis klaffen weit auseinander. Besonders teuer sind Städte und große Gemeinden. Auch die Nähe zu Luxemburg wird hoch bezahlt. Auf dem Land lässt sich aber nach wie vor günstiger Baugrund finden.

Baugrund ist knapp. Immer mehr Menschen aus dem In- und Ausland investieren in Immobilien als Anlageobjekt. Auch weil die Zinsen niedrig sind, die Kredite billig. Deutschlandweit sind die Grundstückspreise daher in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. In den Großstädten sogar exorbitant. Doch auch fernab der Metropolen wird es für Häuslebauer teurer.

2006 war der Quadratmeter Bauland im Eifelkreis noch für rund 39 Euro zu haben. Heute, 13 Jahre später, kostet er bereits 60 Euro. Und das ist nach Meinung von Experten des Gutachterausschusses Westeifel-Mosel noch nicht das Ende der Fahnenstange. Bis 2020 sollen die sogenannten Bodenrichtwerte im Kreis weitere 6,2 Prozent hinaufklettern.

Rund um Arzfeld, Neuerburg oder Kyllburg etwa können Käufer aber weiterhin Schnäppchen machen. Überhaupt geht die Preisschere beim Baugrund in der Eifel weit auseinander. Das belegen Zahlen des Oberen Gutachterausschuss für Grundrichtwerte, der jährlich Tausende Kaufverträge auswertet. Zusammengefasst sind diese Daten in einem interaktiven Geoatlas, den der TV für diesen Artikel zurate gezogen hat.

Für ein Grundstück in der Bitburger Innenstadt wären zum Beispiel zehn gleich große Gelände an der belgischen Grenze zu haben. Wer sich in Irrel ein Haus baut, könnte fürs gleiche Geld zwei im Nachbarort Menningen haben. Bezahlt wird für die Infrastruktur, die Lage und die Nähe zum Arbeitsplatz oder der nächsten Schnellstraße.

Aber auch die Grenze zu Luxemburg hat einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Bodenpreise im Eifelkreis. Im Großherzogtum nämlich kostet ein Grundstück im Schnitt das Zwei- oder Dreifache. Viele Luxemburger wandern daher in die Region ab, vor allem an die Sauer, aber auch in Ortschaften an der B 257. Weil sie dank deutlich höherer Verdienste in der Lage sind, mehr für ein Grundstück zu zahlen, können Verkäufer die Preise in die Höhe treiben.

Die teuersten Orte: Zu besichtigen ist das in Echternacherbrück, aber auch in Bollendorf und Irrel. Die Grundstückspreise in den drei Süd­eifel-Orten gehören zu den teuersten im Landkreis.

Der Quadratmeter Bauland ist in Echternacherbrück für kaum weniger als 90 Euro zu haben. Für die entsprechende Lage werden sogar Preise von bis zu 200 Euro pro Quadratmeter fällig.

Ähnlich sieht es in Bollendorf und Irrel aus. Auch hier bewegen sich die Preise zwischen 80 und 120 Euro pro Quadratmeter.

Nur ein paar Kilometer weiter von der Grenze und der B 257 enfernt wird es schon deutlich günstiger. Mit 70 bis 90 Euro pro Quadratmeter liegen Orte wie Ferschweiler, Minden, Holsthum oder Wolsfeld trotzdem über dem Schnitt.

Wolsfeld ist somit die teuerste Gemeinde im Bitburger Land. Die Häuslebauer scheint das aber nicht zu stören. Derzeit ist dort ein weiteres Neubaugebiet in der Mache.

Teuer ist das Bauen aber nicht nur an der luxemburgischen Grenze, sondern auch in Städten und größeren Gemeinden mit vergleichsweise guter Infrastruktur.

Allen voran Bitburg: Für einen Quadratmeter in der Innenstadt verlangen Verkäufer zwischen 100 und 500 Euro. In den Stadtteilen ist es, mit Ausnahme von Stahl, etwas günstiger. In Matzen gibt es den Quadratmeter Baugrund sogar ab 45 Euro.

Aber auch in den anderen Großgemeinden im Eifelkreis lässt man sich nicht lumpen. In Prüm wird zwischen 100 und 240 Euro pro Quadratmeter verlangt. Wer nach Badem zieht, muss ebenfalls tief ins Portemonnaie greifen – bis zu 70 Euro kostet der Quadratmeter im boomenden Vorort. Und damit etwa so viel wie in Körperich, Rittersdorf, Dudeldorf oder Messerich.

Wenngleich es auch dort billigere Gelände gibt, eignet sich Speicher schon eher für Sparfüchse. In der Töpferstadt liegen die Preise bei 60 Euro pro Quadratmeter – also weitestgehend im Kreisschnitt. Einen noch günstigeren Verbandsgemeindesitz hat nur die VG Arzfeld. 50 bis 60 Euro zahlt man hier für den Quadratmeter.

Im Städtchen Neuerburg scheint nach dem Blick auf den Geoatlas alles möglich: Die Preisspanne reicht von 35 bis 90 Euro.

Die günstigsten Orte: 35 Euro pro Quadratmeter – das klingt wenig. Da ist in der Eifel aber noch Luft nach unten. Im durchschnittlichen, etwas abgelegenen Paar-Hundert-Seelen-Dorf sind 25 Euro pro Quadratmeter die Norm. Das trifft auf etliche Orte abseits der großen Wege zu, wie etwa Kyllburg, Oberkail, Neidenbach, Herforst und Hosten im Bitburger und Speicherer Land. Oder auch Plütscheid, Pronsfeld, Lünebach, Schönecken und Wallersheim im Norden.

Wer wirklich billige Grundstücke sucht, muss aber noch weiter in die Peripherie hinein. Das günstigste Bauland gibt es nämlich im Islek und in der Schneifel. Rund um Arzfeld finden Schnäppchenjäger ein Paradies. In Orten wie Hölzchen, Windhausen, Kesfeld, Hallert und Kickeshausen kostet der Quadratmeter Bauland gerade einmal 12 bis 13 Euro. Also nur ein Zehntel des durchschnittlichen Kaufpreises in Bitburg oder Echternacherbrück.

Auch im Neuerburger Land gibt es viel Boden für wenig Geld. Gerade mal 14 bis 15 Euro fordert man in Emmelbaum, Uppershausen, Berkoth oder Fischbach für den Quadratmeter.

Genauso günstig: Schlausenbach, Laudesfeld, Steinebrück und Verschneid in der Schneifel.

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