Baustelle Fremdenverkehr

Während der derzeitige Leiter der Bitburger Tourist-Info, Frank Schaal, im Februar seinen neuen Job in Berlin antritt, ist weiterhin offen, wer ihm als Geschäftsführer folgt. Im Gespräch ist Cascade-Chefin Elfriede Grewe. Im Gespräch - mehr aber auch nicht.

Bitburg. Für Frank Schaal beginnt in diesem Jahr ein neuer Lebensabschnitt. Für die Tourist-Information Bitburger und Speicherer Land, deren Chef Frank Schaal seit 14 Jahren ist, ebenfalls. Denn beide ziehen um, allerdings in unterschiedliche Richtungen: die Tourist-Info in den Westen Bitburgs, vom abschüssigen Standort "Im Graben" in die neue 1A-Adresse, das Gebäude der neuen Stadthalle, und Schaal in den Osten der Republik, nach Berlin.

Dort übernimmt der promovierte Fremdenverkehrs-Geograf ab Februar an der privaten "International Business School Berlin" eine Professorenstelle. Einzelne Projekte will Schaal in der Eifel zwar weiterhin betreuen, doch seinen Job als Tourist-Info-Chef hat er gekündigt. Und den Resturlaub auch bereits angetreten. Wer jetzt seine Aufgabe in Bitburg übernehme, wisse er nicht, sagt Schaal. Und weil derzeit noch alles offen sei, wolle er sich dazu auch nicht äußern. Auch nicht zu Elfriede Grewe, die als Schaals Nachfolgerin gehandelt wird.

Grewe ist Chefin der Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft Bitburg (BVB), einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Stadt, die für Bewirtschaftung des Cascade-Bads, der Halle 300 sowie die Organisation des Beda-Markts und des Folklore-Festivals zuständig ist. Und Grewe ist nicht nur Chefin, sondern soll es auch bleiben.

Dennoch gab es die Überlegung, dass sie - wenn auch zunächst nur kommissarisch - die Leitung der Tourist-Info übernehmen soll.

"Dazu müssen allerdings erst noch offizielle Beschlüsse gefasst werden", sagt Grewe, zudem müsse es dann noch "ein paar organisatorische Veränderungen geben". Denn schließlich sei sie nicht in der Lage, noch einen zweiten Vollzeitjob zu übernehmen: "Diese Aufgabe kann man nicht so einfach nebenbei erledigen."

Dieser Ansicht ist auch Josef Junk, seit Januar Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Bitburg-Land und in dieser Funktion auch Chef des Zweckverbands "Feriengebiet Bitburger Land". Der Zweckverband ist Träger der Tourist-Info und somit die Einrichtung, die über Schaals Nachfolge entscheidet. Dem Zweckverband gehören zu je 48 Prozent die VG Bitburg-Land und die Stadt Bitburg an sowie die VG Speicher zu vier Prozent.

Es seien bereits viele Gespräche geführt worden, sagt Junk, "und es gibt verschiedene Modelle bis hin zur Privatisierung". Wer in welcher Form die Leitung der Fremdenverkehrseinrichtung übernimmt, sei deshalb noch völlig offen, betont Junk, und mit einer langfristigen Lösung sei auch nicht innerhalb der kommenden zwei bis drei Monate zu rechnen. Zudem verweist der Bürgermeister auf die mögliche Zusammenarbeit mit der VG Kyllburg, womit sich der Zuständigkeitsbereich der Tourist-Info weiter vergrößern würde.

Und dann ist da noch der Umzug der Geschäftsräume in das Stadthallengebäude, der voraussichtlich im Sommer ansteht und ebenfalls organisiert werden muss. Und wie Josef Junk gestern Nachmittag im Rahmen der Sitzung des VG-Rats Bitburg-Land erklärte, seien er und seine Amtskollegen Joachim Kandels, Bürgermeister in Bitburg, und Rudolf Becker, Bürgermeister der VG Speicher, sich mittlerweile einig, dass die Stelle neu ausgeschrieben und mit einer touristischen Fachkraft in Vollzeit besetzt werden müsse.

Meinung

Schluss mit halben Sachen

Im Tourismus steckt für die Eifel noch jede Menge Potenzial. Um das auszuschöpfen, sollte der Zweckverband keine halbe Sachen machen, dafür ist die Leitung der Tourist-Info zu wichtig. Das kann selbst eine so tüchtige Frau wie BVB-Chefin Grewe nicht mal eben nebenbei. Der Chef-Posten muss Ganztags-Aufgabe bleiben. Denn damit die Sache wirklich rund wird, sollten sich alle Südeifel-Verbandsgemeinden im Zweckverband zusammentun: eine Südeifel, ein starker Zweckverband, viele Tourist-Info-Zweigstellen vor Ort. Kleinkariertes Kirchturmdenken interessiert den Eifel-Urlauber nicht. Das sollten die klammen Kommunen auch im Sinne der Kostenersparnis begreifen und Kräfte für den Tourismus bündeln. d.schommer@volksfreund.deEXTRA Eifel-Tourismus: Mit rund 130 000 Gästen, 350 000 Übernachtungen und einem Jahresumsatz von mehr als 30 Millionen Euro ist Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Bitburger Land. Die Tourist-Info betreut knapp 100 gastronomische Betriebe. Umzugs-Hickhack: Ende 2008 stimmte der VG-Rat Bitburg-Land plötzlich gegen den seit 2007 geplanten Umzug der Tourist-Info ins Stadthallen-Gebäude. Der Stadtrat atmete auf, als der VG-Rat im Februar 2009 nach einer Kosten-Reduzierung dann doch für den Umzug stimmte. (scho)

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