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Bauvorhaben in Prüm: Der "Wohnpark Tiergarten" lässt noch auf sich warten.

Bauvorhaben : Die Stille am Prümer Tiergarten

Drei Jahre Bauzaun: Das Vorhaben mit dem „Wohnpark“ in der Prümer Tiergartenstraße hat sich dann doch erheblich verzögert. Wir fragten die Bauherren, wie es denn nun um das Projekt steht.

Die Verkleidung des Bauzauns in der oberen Tiergartenstraße, kurz hinter der Polizeiinspektion Prüm, hat arg gelitten: Immer wieder löste sie sich aus der Verankerung, schlackerte auf den Bürgersteig, an einigen Stellen kann man längst wieder sehen, was sich dahinter tut. Oder was sich eben nicht tut: Der Blick schweift über eine seit 2017, als die Bagger dort rangierten, unberührte Fläche, an drei Seiten von den diversen Nachbargebäuden gesäumt.

Vor drei Jahren berichteten wir erstmals über das Vorhaben der Trierer Immobilienunternehmer Uwe Kaleja und Harald Kellner, die mit ihrer GHB GmbH dort den „Wohnpark am Tiergarten“ errichten wollen. Es würde ein großes und ziemlich schickes Ding, für zirka fünf Millionen Euro und auf einer Gesamtfläche von 2300 Quadratmetern in vier Etagen.

Noch in jenem Jahr wollte man mit dem Rohbau begonnen haben auf dem Grundstück, das seit einigen Jahren bereits Kellner gehörte: Im Vorgängerhaus, inzwischen abgerissen, hatte der gebürtige Eifeler – er stammt aus Lascheid – damals seine Verputzerfirma untergebracht (der TV berichtete).

Geplant sind für die Anlage 33 Miet-Einheiten in einer Größe von 30 bis 120 Quadratmetern Fläche. Außerdem, so steht es auf der Website des Unternehmens, barrierefrei und generationenübergreifend.

Das neue Haus soll energieeffizient sein, mit intelligenter Lichtführung und Internetanbindung in jedem Raum. Alle Wohnungen sollen zudem mit Küche und Fernsehgerät ausgestattet sein.

Klingt ja prima – und nach Wohnraum für gehobenen Anspruch und für Bürger, die nicht selbst bauen wollen. Ein Angebot, für das es in Prüm Abnehmer geben dürfte, denn dort wollen viele gerne wohnen – man sieht es unter anderem an der erfreulichen Entwicklung bei den Baugebieten. Und Kellner bestätigt: „Wir haben Anfragen genug.“

Nur: Wird das denn auch was mit dem „Wohnpark am Tiergarten“? Dass sich in Prüm viele fragen, ob und wann Bewegung in die Bausache kommt, dass es auch Gerüchte gibt, Harald Kellner ist das alles bekannt. „Wir wissen, dass da viel Gerede und Gelaber ist“, sagt er im Telefonat mit dem TV. „Aber das nützt alles nichts.“ Weshalb er auch nicht darauf eingehen wolle.

Wichtiger sei, dass man bald in die Gänge kommen werde: „Das wird jetzt dieses Jahr starten. Die Genehmigungen sind alle da.“ Man müsse noch zwei technische Dinge klären, sagt Kellner. Außerdem habe der Boden den Planern Schwierigkeiten bereitet. Diesen zu stabilisieren, sei „nicht leicht“. Das Problem sei aber inzwischen gelöst.

Zu anderen Fragen, warum sich der Baubeginn so lange verzögert habe, will er nichts sagen. Das gebe höchstens weiteres böses Blut. „Ich weiß, dass das ein Thema ist, das durch Prüm und Bitburg herumzieht“, sagt Kellner. „Aber das bringt alles nichts. Ich möchte das Ding realisieren. Und es ist ja nicht das erste Haus, das wir bauen.“

Deshab dürfe man auch „zu 100 Prozent“ schreiben: „Es geht los. Aber nageln Sie mich nicht auf einen Monat fest.“ Abgesehen davon: „Wenn das Projekt fertig ist, erinnert sich keiner mehr daran, wie lange es gedauert hat.“

Bis dahin aber mag es noch ein wenig dauern. In Prüm wäre man sehr froh, wenn Bewegung in die Tiergartenstraße kommt: „Seit 2017 gucken wir in dieses Loch“, sagt Stadtbürgermeister Johannes Reuschen. Es würde allen „schon helfen, wenn die da mal anfangen“. Denn dem gesamten Stadtrat sei doch sehr daran gelegen, „dass die unsägliche Baulücke langsam geschlossen wird.“ Baurecht und Genehmigungen lägen vor, sagt Reuschen. „Also: gerne umsetzen. An uns liegt es nicht mehr.“

 Außer der Absperrung bewegt sich hier vorerst nichts: Die Baufläche in der Prümer Tiergartenstraße.
Außer der Absperrung bewegt sich hier vorerst nichts: Die Baufläche in der Prümer Tiergartenstraße. Foto: Fritz-Peter Linden
 Außer der Absperrung bewegt sich hier vorerst nichts: Die Baufläche in der Prümer Tiergartenstraße.
Außer der Absperrung bewegt sich hier vorerst nichts: Die Baufläche in der Prümer Tiergartenstraße. Foto: Fritz-Peter Linden

Mehr Information zum Vorhaben unter www.ghb.haus