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GEWERBE
Friede, Freude, Eierwein

 Die Bitburger Fußgängerzone war nachmittags voller Menschen. Wegen des schlechten Wetters war aber weniger als in den Vorjahren. Die Polizei zählt 40 000 Besucher. 
Die Bitburger Fußgängerzone war nachmittags voller Menschen. Wegen des schlechten Wetters war aber weniger als in den Vorjahren. Die Polizei zählt 40 000 Besucher.  FOTO: Rudolf Höser
Bitburg/Fließem. Das Wetter hat am Sonntag Kapriolen geschlagen. Deswegen war der Beda-Markt schlechter besucht als sonst. Ein Rundgang: Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Ein Muh hallt durch die Auktionshalle in Fließem. So macht Helene sich bemerkbar. Nicht, dass das nötig wäre. Es sind ja alle Augen auf die drei Färsen gerichtet, die in den Ring geführt werden. Mit dem weißen Bauch und dem Streifen auf dem Kopf sehen die Hereford-Rinder prächtig aus.

Aber es geht bei der Schau in Fließem ja nicht nur ums Aussehen, sondern auch ums Benehmen. Und Helene ist das charmanteste Mädchen, findet der Moderator, „sehr viel Harmonie, sehr viel Typ“.

Nebenan wird eine andere Dame feingemacht. Ein Landwirt föhnt ein Kälbchen, rasiert das Fell. Schließlich hat das Jungtier am Sonntag seinen großen Tag. Irmgard Grün gehört zu den Bewunderern. Obwohl ihre Familie einen landwirtschaftlichen Betrieb in Trimport hat, ist sie zum ersten Mal auf dem Beda-Markt. Ob sie sich außer der Schau in Fließem noch was ansieht? „Das kommt aufs Wetter an. Aber wenn, dann geh ich erst mal was essen.“

Guter Vorschlag: Dann gehen wir auch mal schauen, was es gibt. Der Geruch von gebratenem Fleisch lockt auf den Beda-Platz. In Buden und Foodtrucks werden Burger gewendet, Nudeln gekocht, Pommes frittiert und Würstchen gegrillt. Die Schlangen werden am Nachmittag länger. Auch Thomas Fischer wartet auf sein Essen. Wo er heute noch hin will? „Auf jeden Fall auf den Handwerkermarkt“, sagt der Eifeler. Vorher geht’s aber mit Sohnemann Lars auf den Rummel.

Dort ist wegen des Wetters um die Mittagszeit tote Hose. Nur drei einsame Boxautos schlittern übers Parkett. Ein paar Stunden später ist mehr los. Denn ganz lässt sich die Sonne nicht unterkriegen. Gegen 15 Uhr bricht sie durch die Wolken. Vorher setzt Petrus aber alles daran, den Besuchern die Stimmung zu verhageln. Und zwar im wörtlichen Sinn: Dicke Körner prasseln vom Himmel und lassen vor dem Handwerkerzelt ein Trommelfeuer erklingen. Ein Glück, dass die Stände der Aussteller rund um das Zelt überdacht sind.

Drinnen ist es trotzdem gemütlicher und wärmer. Das liegt an Heizstrahlern und dem Menschenstrom, der sich an den Ständen vorbei zwängt. Günther Knebel aus Temmels hat sich die vielen Ständen schon angesehen und schwärmt vom „tollen Umfeld, der Atmosphäre und der Vielfalt des Angebots“. Er ist zum dritten Mal auf der Messe und hat einen Geheimtipp: „Den Eierwein in der Bauernmarkthalle muss man probiert haben.“ Also gönnen wir uns ein Gläschen. Und der Moselaner hat recht: schmeckt! Wer das liebliche Getränk genießen will, hat dazu leider nicht oft Gelegenheit. „Den machen wir nur zweimal im Jahr – am Beda-Markt und beim Herbstmarkt“, erklärt Marlene Wagner vom Weingut Roman Hower. Für Renate Neises gab es ein anderes Highlight. „Im Handwerkerzelt hatten die so tolle Duschen“, erzählt die Frau aus Minden. Ob das Zirkuszelt die Brausen toppen kann? Das Südeifeler Pärchen hat jedenfalls einen guten Moment erwischt, dort vorbeizuschauen. Gerade schwingt sich Akrobatin Lesley an einem Tuch in die Höhe. Über den Köpfen Hunderter Zuschauer auf der Automobilausstellung dreht sie sich um die eigene Achse und stellt sich auf den Kopf. „Roxanne“ schreit Sting aus den Boxen, als sie sich zum Finale hinunterfallen lässt und vom Stahlseil aufgefangen wird.

Vom Zuschauen wird einem schon schwindelig. Deshalb: Raus an die frische Luft, wo die Besucher dann endlich von der Sonne begrüßt werden – perfektes Wetter für einen Spaziergang zur Frauenmesse „EFF“ in der Stadthalle. Auch Jana Erang aus Konz ist mit ihrem Mann dorthin unterwegs. Die Zirkusnummer im Zelt hat sie gerade verpasst. Aber es gibt später ja noch eine. Sodass noch Zeit bleibt, sich auf der Frauenmesse umzuschauen. Zuerst fallen uns hier Gartenzwerge ins Auge. Die frechen Kerle zeigen den Besuchern ihre Mittelfinger. Das mag Kunst sein. Eine nette Begrüßung geht aber anders. Wie, das zeigt eine Dame, die jedem Besucher einen Apfel in die Hand drückt. Danke dafür! Aber auch ansonsten wird Männlein und vor allem Weiblein einiges geboten: Schuhe, Schminke, Schmuck, Kunst, Kräuter und Beratung.

Von all dem hatten diesmal aber weniger Menschen etwas als sonst. Die Polizei Bitburg zählt nur 40 000 Besucher. Vergangenes Jahr waren es etwa 50 000.

 Hans Binsfeld musizierte mit seiner Band im Gastronomiezelt.
Hans Binsfeld musizierte mit seiner Band im Gastronomiezelt. FOTO: Rudolf Höser
 Volles Handwerkerzelt: Am Sonntagnachmittag herrschte dichtes Gedränge.
Volles Handwerkerzelt: Am Sonntagnachmittag herrschte dichtes Gedränge. FOTO: Rudolf Höser
 Im Autosalon in der Kreissparkasse.
Im Autosalon in der Kreissparkasse. FOTO: Rudolf Höser
 Beda-Markt 2019 Sonntag
Beda-Markt 2019 Sonntag FOTO: TV / Christian Altmayer
 Beda-Markt 2019 Sonntag
Beda-Markt 2019 Sonntag FOTO: TV / Christian Altmayer