Bedenken und Sorgen
Zum Artikel "Warten und Hoffen" (TV, 17. September) meint dieser Leser:
Es scheint notwendig, in Anbetracht einer Investition von 1,2 Millionen Euro Steuergeld in ein ungesichertes Projekt, die Begriffe "Warten und Hoffen" ad absurdum zu führen und stattdessen von "Bedenken und Sorgen" zu sprechen. Der Niedergang einer erfolgreichen und prägenden Sprudel-Industrie war für die Gemeinde bitter und löste verständlicherweise eine Entwicklung in Gang, verlorenes Terrain schnell zurück zu gewinnen. Leider ging in diesem Bemühen jede kritische Distanz verloren. Investoren hatten es leicht, als "Könige" empfangen zu werden. Für die inzwischen insolvente Firma Leka wurde gegen heftige Bedenken und Einwände aus der Bevölkerung ein Genehmigungsverfahren zum Betreiben einer Reifen-Schredder-Anlage im Ortsbereich durchgedrückt. Gingen diese Aktivitäten zumindest finanziell noch auf das Konto der zu diesem Zeitpunkt partnerschaftlich verbundenen Betreiber Leka und AquaSpa, verhält es sich im Bezug des Gewerbegebietes anders. Hier ist der Bürger und Steuerzahler der Finanzier. In diesem Zusammenhang würde man sich auch von Herrn Hübner eine journalistisch tiefere Analyse wünschen. Wäre es nicht sinnvoller, darauf zu verzichten, kritische Bürger als "Schwarzmaler" zu bezeichnen und stattdessen die Aussagen der AquaSpa-Betreiber zu recherchieren? Seit Monaten liest man dort die gleiche Leier von unbekannten Investoren und Schuldzuweisungen an die Kreisverwaltung, die nichts anderes getan hat, als ihren gesetzlichen Auftrag zu erfüllen. Es wäre für das Gemeinwohl wunderbar, wenn sich die von Herrn Friedel zitierte "Symbiose" einstellt und der "vorsichtige Optimismus" von Ortsbürgermeister Josef Bach berechtigt ist. Sollte sich dennoch alles zum Guten wenden, bleibt eine Feststellung: Die Gemeindevertretung hat sich auf ein riskantes Vabanquespiel eingelassen. Hans Nieder, Birresborn
Investitionen