1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Begeisterung für Alphorn und Orgel

Begeisterung für Alphorn und Orgel

Robert Weimann sammelt seit 30 Jahren Musikinstrumente. Mittlerweile besteht seine Sammlung aus 80 verschiedenen Instrumenten, die er hin und wieder auch spielt.

Heilbach. Wenn bei schönem Wetter im Heilbachtal ein Alphorn erklingt, dann ist es Robert Weimann, der die in dieser Region ungewohnten Klänge erzeugt. Das Alphorn baute ein Birresborner Schreiner. Es ist eines von rund 80 Instrumenten, die Weimann schon gesammelt hat. Das Spielen ist für ihn zu einer täglichen Gewohnheit geworden. "Nach dem Frühstück spiele ich erst Mal ein Musikinstrument aus meiner Sammlung", sagt Weimann.
Menschen und ihr Hobby


Zu seinem Sortiment gehören Raritäten wie ein fast 100 jähriges Helikon. Dieses Reiterinstrument spielte man früher auf einem Pferd und es ist heute mit einer Tuba verwandt. Aber am meisten faszinieren Weimann die Tasteninstrumente. Damit begann auch vor 30 Jahren seine Sammelleidenschaft. In seinem Beruf als Maler restaurierte Weimann viele Kirchen, wo er nach Feierabend auf der Kirchenorgel spielen konnte. Mit einem Sammlerblick entdeckte er in Windhausen zwischen den Landmaschinen eine alte Kirchenorgel.

Mittlerweile sind zu seiner Sammlung die verschiedensten Harmonikas gekommen. Ein typisches Instrument in der Eifel war die kleine Harmonika, die zum Kühehüten immer dabei war. Damals konnte sich dieses Instrument aber nicht jeder leisten. Ein Rhythmusgerät aus einem Stock, Schuhcremedosen und Radkappen war dagegen früher eine kreative Improvisation, die nicht viel kostete. Im Gegensatz zum Akkordeon kann die Harmonika auch ohne Noten gespielt werden. Auf der steirischen Harmonika erklingen typische Alpenklänge, auf einer russischen Harmonika erkennt man die schwermütigen Lieder Russlands wieder. Weimann bedauert, dass die Begeisterung für das volkstümliche Akkordeon in den vergangenen Jahrzehnten nachgelassen hat. "Selbst in der Musikstadt Neuerburg gibt es nur noch eine Person, die Akkordeon spielen kann", sagt Weimann.
Viele Musikinstrumente bekam der Sammler als Leihgabe, manche findet er auf Flohmärkten, so wie eine gut funktionierende Geige für 30 Euro.
Als Weimann mit seiner Sammlung begann, bezweifelten viele, dass er mit 30 Jahren noch ein Musikinstrument lernen kann.
22 Jahre im Verein


Die Orgel solle er besser in einen Schuhschrank umbauen, wurde ihm geraten. Das spornte seinen Ehrgeiz an. Heute spielt Weimann jedes Instrument aus seiner Sammlung. Nach einem Jahr Musikunterricht in Posaune spielte er 22 Jahre im Musikverein Ammeldingen. Später machte Weimann Musik mit einem Keyboard auf vielen Feiern.
Wenn Robert Weimann mit seiner Familie in Urlaub fährt, muss mindestens ein Instrument mit. Für ihn ist Musik ein positiver Gegenstand des Friedens. Diese Leidenschaft wird ihn immer begleiten.
Extra

Haben auch Sie eine Leidenschaft, die Sie schon seit Jahren nicht loslässt und die inzwischen zu einer großen Sammlung geführt hat? Ob Postkarten, Feuerzeuge, Zuckerstückchen oder was auch immer: Mailen Sie uns Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten mit einem Stichwort zu Ihrer Sammlung an eifel@volksfreund.de Wir stellen in unserer neuen Reihe "Sammelleidenschaft" Menschen und ihr Hobby vor. red