Bei gutem Klima macht die Arbeit Spaß

Bei gutem Klima macht die Arbeit Spaß

Josef Leisen hat mit 16 Jahren als Aushilfe im Getränkehandel in Niedergeckler angefangen. Er ist Arbeitgeber und Kollegen treu geblieben und geht jetzt nach 49 Jahren in Rente.

Mettendorf. "Ich würde meine Kollegen vermissen, wenn ich einfach so mit der Arbeit aufhören würde", sagt Josef Leisen, der nach 49 Jahren Getränkehandel in Rente geht. Alles fing mit einem Aushilfsjob an. Da war er 16 Jahre alt. Mit seinem damaligen Chef Peter Nosbüsch fuhr er über die Dörfer, um Gaststätten und Geschäfte zu beliefern. Trotz seiner anschließenden Ausbildung zum Landwirt blieb er dem Getränkefachhandel treu. Denn diese Arbeit gefiel ihm besser, als den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern zu übernehmen.
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Leisen erinnert sich noch an Holzkisten und Glasflaschen, die wesentlich schwerer waren als die heutigen Kisten. Bei dieser Arbeit bleibe man körperlich fit. Im Sommer gebe es mehr Arbeit als im Winter, weil die Leute Durst haben und viel feiern. "Viel oder wenig Arbeit. In einem guten Arbeitsklima macht die Arbeit einfach Spaß", sagt Leisen mit einem Lachen. Die Kollegen seien richtige Kumpels und immer hilfsbereit.
Aus seiner Sicht habe es nie einen Grund gegeben, die Arbeitsstelle zu wechseln. Kein Wunder, dass die Arbeit seine zweite Familie ist. Zum 65. Geburtstag organisierte Waltraud Weber, die Tochter seines damaligen Chefs eine Party in dem Bierkeller, wo vor 49 Jahren alles anfing.
Wenn Leisen am 31. Januar in Rente geht, ist trotzdem noch lange nicht Schluss. Er kann sich ein Leben ohne den Getränkegroßhandel einfach nicht vorstellen.
Deshalb plant er, zweimal die Woche weiterhin auszuhelfen. Trotzdem wird er mehr Zeit haben zum Fahrrad fahren, Holz machen oder für seine Familie. Er ist überzeugt: Arbeit wird es immer genug geben. beba

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