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Kommunalpolitik: Beigeordneter stellt sich in Körperich zur Wahl

Kommunalpolitik : Beigeordneter stellt sich in Körperich zur Wahl

Hermann-Josef Hecker bewirbt sich als Bürgermeister.

(noj) Eigentlich wollte Hermann-Josef Hecker ein ruhiges Rentnerdasein genießen. Doch daraus wird wohl erst einmal nichts. Zwar ist er nicht mehr berufstätig, doch jetzt warten neue Aufgaben auf den pensionierten Werkstattleiter einer großen Spedition in Luxemburg. Denn am kommenden Mittwoch wird er sich im Gemeinderat der Wahl zum Ortsbürgermeister stellen.

Ganz neu werden die Aufgaben im Falle seiner Wahl dann auch nicht sein, denn er ist schon lange in der Kommunalpolitik tätig. Seit 35 Jahren ist er im Gemeinderat tätig und seit 15 Jahren Erster Beigeordneter. „Ich weiß also wie der Hase läuft“, sagt er. Doch gibt er auch zu, dass er sich nicht um den Posten reißen würde. Aber: „Ich bin Ur-Körpericher und mir geht es um den Ort“, begründet er seine Entscheidung, sich zur Wahl zu stellen.

Diese Abstimmung ist nötig, weil der vorherige Bürgermeister Winfried Horn als einziger Kandidat bei der Urwahl im Mai 2019 nicht die erforderlichen Stimmen bekommen hatte. Für eine weitere Urwahl fand sich kein Kandidat, der bereit gewesen wäre, den Posten zu übernehmen. „Das kann man nicht, wenn man berufstätig ist“, meint Hecker als Begründung für das mangelnde Interesse. Das Arbeitspensum sei enorm. Ständige Anrufe, Kontakte zu Behörden, würden viel Zeit in Anspruch nehmen.

Deshalb soll Hecker, der mit 65 Jahren das Rentenalter erreicht hat, es nun machen. „Ich habe gute Unterstützung von den Beigeordneten, vom Gemeinderat und auch von den Bürgern“, sagt Hecker. Dass es so lange gedauert hat, bis der Wahltermin feststand, hat auch damit zu tun, dass noch rechtliche Dinge geklärt werden mussten, weil Hecker in Luxemburg berufstätig war und dort auch immer noch versichert ist, während er als Ortsbürgermeister in Deutschland eine Aufwandspauschale bekommt.

Zu tun gibt es für den künftigen Ortsbürgermeister einiges. „Wir müssen dringend Bauland schaffen“, sagt Hecker. Allein in der vergangenen Woche habe er acht Anfragen bekommen. Das seien auch keine Luxemburger, sondern junge Familien aus der Region. Denen könne Körperich auch einiges bieten. Es gibt einen Lebensmittelladen, Bäcker, Metzger, Kindergarten, Schule, Sportplatz und vieles mehr, das das Leben in der 1200-Einwohner-Gemeinde attraktiv macht. „Wir haben alles hier, außer einem Arzt“, sagt der 65-Jährige. Auch ein gemeindeeigenes Schwimmbad gebe es. Und das steht auch auf der Agenda für die neue Amtszeit des Bürgermeisters. „Die Wärmepumpe geht bald kaputt“, sagt er.

Das Schwimmbad sei auch für den Tourismus wichtig. Und der ist ein bedeutender Standortfaktor in Körperich: „Wir haben hier einen Jugendcampingplatz, der schon Jahre voraus ausgebucht ist.“

Zu den Projekten, die bereits laufen, gehört der Dorfcheck. Da gebe es derzeit drei Arbeitsgruppen, die sich mit den Zielen, die den Ort voranbringen, befassen würden.

 Hermann-Josef Hecker
Hermann-Josef Hecker Foto: TV/Nora John

Parteien gibt es im Gemeinderat Körperich nicht. Es gibt eine Liste, die vor der Wahl aufgestellt wird, und die Personen mit den meisten Stimmen, sitzen nun im Rat. Für Hecker ist das gut so, denn es gehe schließlich um den Ort.