Beim Willwerath Rock City Festival ist alles handgemacht und aufregend

Beim Willwerath Rock City Festival ist alles handgemacht und aufregend

Die Macher des Festivals Willwerath Rock City beweisen bei der Auswahl der Bands ein feines Händchen.

Foto: Vladi Nowakowski (now) ("TV-Upload Nowakowski"
Foto: Vladi Nowakowski (now) ("TV-Upload Nowakowski"

Willwerath Ein Dorf, ein Wort, ein Festival: Willwerath Rock City (WRC) will die "Fackel der Live-Musik-Kultur in der Eifel hochhalten". Seit 2012 ist das der Leitspruch des Willwerather Vereins, und er wird jährlich mit viel Elan und Liebe zum Detail umgesetzt. Ein feiner Abend voller Musik verschiedenster Stilrichtungen braucht auch ein feines Publikum, und das WRC hat es sich in sechs Jahren erspielt. "Inzwischen kann man von einem harten Kern sprechen, der jedes Jahr wieder kommt", sagt Sebastian Lux vom Organisationsteam.

Am Samstag herrscht bestes Eifel-Festival-Wetter: Es nieselt fast den gesamten Tag über, es ist nicht zu heiß, die Sonnencreme kann zuhause bleiben. Doch diese Vorteile wissen lediglich 400 Zuschauer zu schätzen. Im Gegensatz zu den Vorjahren, in denen sich die Zahl der Live-Musik-Fans bei rund 600 eingependelt hatte, also ein leichter Einbruch. "Das ist uns zwar nicht egal, aber da wir kein kommerzielles Festival sind, hat es keinen Einfluss auf die Zukunft der Veranstaltung", sagt Marco Sifferath , der gemeinsam mit einem 15-köpfigen Team und mit der Unterstützung des gesamten Dorfes das Event auf die Beine stellt.

Diejenigen, die nicht gekommen sind, verpassen allerhand. Am Abend verzieht sich der Regen, "hoffentlich in Richtung Ruhr", wie ein Zuschauer leicht gehässig anmerkt. Offensichtlich sind viele Eifeler dort beim Elektromusik-Festival "Ruhr in Love" unterwegs. Auf der Willwerather Openair-Bühne wird derweil aufregende Musik von Hand gemacht: Mit den Arcticades um die Brüder Marco und Tobi Sifferath kommt endlich eine neue Band aus der an Musikern so eigentümlich reichen Gemeinde Willwerath, Coogans Bluff aus Rostock begeistern mit einem eigenwilligen Retro-Sound, einer Mischung aus Soundtracks der 1970er Jahre und modernen Drumbeats, angerührt mit fetzenden Bläsersätzen von Posaune und Saxophon. Bereits zuvor hatten Freakaz aus Köln diverse Blasinstrumente zum Einsatz gebracht - zur Freude des Publikums sogar ein Waldhorn.

Der späte Abend gehört Deutschlands Blues-Hoffnung Jesper Munk. Was der 25-jährige Musiker aus München und seine Band auf der Bühne veranstalten, hat Weltklasse-Format: Obwohl die Songs zumeist balladesk und fast im Schwebezustand verharren, erschaffen Munk und Band eine Magie, die das Publikum den Atem anhalten lässt. Soviel geballte Musikalität, Ausdruck und Leidenschaft wie in den knapp eineinhalb Stunden dieses Konzerts ist auf deutschen Bühnen selten zu sehen. Mit Maze aus Trier, die sich der Musik der britischen Band Muse verschrieben haben, geht die Party noch bis in die frühen Morgenstunden weiter.

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