Bergeweise Waffen gesammelt

Bergeweise Waffen gesammelt

450 bis 500 Waffen sind bis zum Neujahrsmorgen bei der Kreispolizei in Euskirchen abgegeben worden, weil die Besitzer illegaler Waffen bis zum Jahreswechsel straffrei geblieben sind. Sie lagern nun im gut bewachten Keller.

Euskirchen/Düren. (red) Der kleine Raum im Keller des Kreispolizeigebäudes ist gut gesichert - und quillt schon fast über.

Hunderte von Flinten, Büchsen und anderen Waffen lehnen hier an Wänden und Schränken oder liegen in Regalen: Die bis zum Jahreswechsel 2009/10 gewährte Amnestie für Besitzer illegaler Waffen, die diese bei der Polizei abgeben, hat Waffenexpertin Renate Bonenkamp bei der Kreispolizeibehörde Euskirchen und ihrer Mitarbeiterin einen riesigen Berg an Arbeit beschert.

Akten über Akten stapeln sich auf den Schreibtischen, Dutzende Vorgänge sind noch zu bearbeiten - und noch sind nicht alle Waffen, die fristgerecht bei der Polizei abgegeben wurden, überhaupt in Euskirchen angekommen, weil sie sich noch "auf den Wachen" befinden.

Rund 450 bis 500 Waffen wurden von Eigentümern bei den Polizeibeamten bis zum Neujahrsmorgen abgegeben. Allein am Silvestertag hätten sich ungefähr 70 Personen noch ihrer Waffen entledigt, von denen sie annahmen, sie seien illegal.

Dabei sind wohl nur etwa ein Drittel aller Waffen, die jetzt in der Asservatenkammer der Polizei landen, ungesetzlich, weil das strengere Waffenrecht ihren Besitz ohne Waffenbesitzkarte verbietet.

Und wer nach Todesfällen etwa Waffen "geerbt" und diese als Andenken an den Verstorbenen aufbewahrt hat, konnte bis zum Jahreswechsel durch die Amnestie wieder aus der "Illegalität" entkommen. "Viele Waffenbesitzer haben aber auch legale Waffen abgegeben, weil sie sie nicht mehr haben wollten", so Polizeisprecher Lothar Willems.

Denn nach der Diskussion um die sichere Aufbewahrung von Waffen und Verschärfungen des Waffenrechts müssten zahlreiche Besitzer für Waffen, die sie nicht mehr benötigen, für erhebliches Geld sichere Waffenschränke anschaffen. Aber auch kuriose Waffen wurden bei der Polizei abgegeben, beispielsweise eine Hellebarde, die nun zwischen Schusswaffen aller Art auf ihre Vernichtung in der näheren Zukunft wartet.

Im Nachbarkreis Düren wurde am letzten Tag der so genannten Waffenamnestie ebenfalls vermehrt von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich straffrei von Waffen zu trennen.

So wurden alleine am Silvestertag in den Polizeiwachen im Kreis Düren nochmals 70 Schusswaffen oder sonstige Waffen abgegeben. Während die Wache Kreuzau zehn Waffen entgegen nahm, waren es bei der Polizei in Jülich 28 und in der Polizeiwache Düren nochmals 32 dem Waffengesetz unterliegende Gegenstände. Insgesamt wurden im Kreis Düren somit über 900 Lang- und Kurzwaffen sowie sonstige waffenrechtliche Dinge während der Aktionsphase aus dem Verkehr gezogen.