Berliner Hahnplatz-Entwurf kommt gut an

Prüm · Der Hahnplatz soll noch 2014 für geschätzte zwei Millionen Euro umgebaut werden. Eine Jury hat den Entwurf eines Berliner Büros für die Planungen ausgewählt. Der Platz soll offener werden. Wie sind die Reaktionen in der Stadt? Der Trierische Volksfreund hat sich umgehört.

Prüm. Vor einer Woche tagte die Jury des Architektenwettbewerbs zur Modernisierung des Hahnplatzes. Die elf Juroren waren sich einig: Der Entwurf der Berliner Landschaftsarchitekten von "Planorama" soll umgesetzt werden (der TV berichtete). Die Idee, Prüms Wohnzimmer großzügig mit einem offenen Blick auf die Basilika zu gestalten, wird von vielen begrüßt.
"Die Aussicht auf die Kirche wieder zu öffnen, finde ich gut. Das könnte das Zentrum wieder attraktiver machen und wäre ein Gewinn für alle Bürger und anliegenden Geschäftsleute", hofft Ursula Steimer, Mitarbeiterin des Cafés Opulenzia.
Indem die Fläche wieder zum einheitlichen Platz werde, erhalte Prüm möglicherweise ein Stück Charme, der der Abteistadt in den vergangenen Jahrzehnten verloren gegangen sei, wieder zurück, sagt sie. Passantin Regina Knauf begrüßt ein Ende der Jahrzehnte dauernden Diskussionen. "Das habe ich doch schon immer gesagt: Der Blick auf die Basilika muss einfach wieder frei sein", sagt sie.
Dass lange diskutiert und gestritten wurde, findet Knaufs Begleitung Marlene Scheer nicht schlimm: "Ein Projekt wie dieses muss einfach durchdacht und ordentlich geplant werden."
Helga Hoffmann, Inhaberin des Modegeschäfts La Moda, begrüßt den Fortschritt der Planungen. "Es wurde wirklich Zeit. Wenn der Platz wieder offen und die Kirche wieder zu sehen ist, dann ist das ein Gewinn." Sie sorgt sich aber um die noch nicht ganz abgeschlossene Parkplatzplanung. "Parkmöglichkeiten müssen einfach erhalten bleiben. Das ist für uns Geschäftsleute hier sehr wichtig. Gut, dass Verbesserungen angekündigt wurden."
Die Frage der Parkplätze treibt auch Günter Friedrich vom Lichthaus Wirzfeld um. "Der Beton muss weg, aber wir sind hier unten auch auf Parkplätze und eine Zufahrtsmöglichkeit angewiesen", erklärt er. Friedrich hofft, dass die Verkehrsinteressen der Anlieger in die fertigen Planungen mit einfließen.
Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy ist erleichtert: "Endlich sind wir vorangekommen. Der Entwurf ist wirklich toll. Jetzt muss etwas nachgebessert werden, dann kann es losgehen." Christine Kausen, Vorsitzende des Gewerbevereins, lobt die Flexibilität der Planer: "Sie haben in ihren Plänen Raum für Anregungen gelassen. Jetzt muss noch über Parkplätze nachgedacht werden, aber das Gesamtbild ist wirklich sehr schön."Extra

Erstes Ziel der Architekten: Offenheit. Die klotzige Betonstufenanlage kommt weg. Das Gefälle des Platzes soll großzügig vor der Kirche mit breiten, flachen Treppen aufgefangen werden. Seitlich und gegenüber der alten Abtei ist ein Hain mit Bäumen und Sitzecken geplant. Der Kreisverkehr soll in Richtung Obere Hahnstraße verlegt werden. Aus einem Guss wird die Gestaltung der gesamten Anlage geplant. Wo heute unterschiedliche Pflaster und Steine den Platz "zerhacken", wird eine möglichst große Einheitlichkeit angestrebt. Der Plan bietet noch Raum für Veränderungen wie eine Erhöhung der Zahl der Parkplätze. aff