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Berühmte Pferde und die Simpsons

Berühmte Pferde und die Simpsons

TV-Serie "Über Grenzen": Wie steht es um die Freundschaft zwischen Bitburg und seiner ersten Partnerstadt? Shelbyville in den USA und die Bierstadt in der Eifel sind schon seit 1962 verbunden.

Bitburg/Shelbyville Die beiden Gründerväter Shelbyville Manhattan und Jebediah Springfield haben eine Meinungsverschiedenheit: Es geht darum, ob es statthaft ist, seine Cousine zu heiraten. Durch diesen Zwist entsteht eine Rivalität, die bis heute andauert. So zumindest in der Zeichentrickserie Die Simpsons. Shelbyville ist dort die fiktive, unbeliebte Nachbarstadt der Simpsons, die in Springfield leben.
Aber bei der geographischen Einordnung muss man vorsichtig sein: Denn Springfields gibt es in den Vereinigten Staaten ganze 41, Shelbyvilles immerhin acht an der Zahl.
Für Bitburg und Shelbyville war die Partnerschaft 1962 auch die erste ihrer Art. Während Bitburg mittlerweile fünf solcher Freundschaften pflegt, blieb in Shelbyville die verbriefte Freundschaft zur Bierstadt die einzige. Gemeinsam haben die Städte ihre Einwohnerzahl. Nach Zählungen von 2010 leben in Shelbyville rund 14 000 Menschen. In Bitburg waren es, stand 31. Dezember 2015, ebenso viele. Im Jahr 1800 waren es in der Stadt im fernen Kentucky noch 262 - kein Wunder, da der Ort nur acht Jahre zuvor gegründet worden war.
Wofür sollte man Shelbyville kennen? Vermutlich werden nicht nur eingefleischte Comic Fans als erstes an die Simpsons denken - die gelbe Zeichentrickfamilie des gleichnamigen Fernseh-Formats, das inzwischen länger ausgestrahlt wird als jede andere US-Zeichentrickserie.
Weiterhin ist Shelbyville bekannt als das weltweite Saddlebred-Zentrum. Saddlebred? Das Saddlebred, auch Kentucky Saddler genannt, ist in den USA das berühmteste Showpferd. Wen es also mal nach Shelbyville verschlägt, der sollte sich eine der beliebten Shows anschauen. Was gibt's sonst noch zu erleben? Whiskeyfreunde könnte der Besuch der Jeptha Creed Whiskey Destillerie reizen. Bei Familien besonders beliebt ist auch der Besuch der Mulberry Orchard - auf deutsch: Maulbeer-Obstgarten.
Und wie steht es nun um die 55 Jahre währende Beziehung der beiden Städte? Zwischen 1962 und 1998 hatten praktisch nur Amateurfunker aus Bitburg und Shelbyville Kontakt. Nach 36 Jahren beschlossen die Amerikaner, die Partnerschaft wieder zu beleben. Im April 1998 stellte Bürgermeister David Eaton den Kontakt nach Bitburg her. Im August 2001 lernten sich dann die offiziellen Vertreter beider Städte erstmals persönlich kennen: Bürgermeister Joachim Streit war nach Shelbyville gereist. Im November 2001 besuchte eine Delegation aus Shelbyville Bitburg.
Der Kontakt schlief dann wieder ein. "Das Problem bei Shelbyville sind einfach Entfernung und Kosten", sagte bereits 2005 Bitburgs Pressesprecher Werner Krämer.
Zum diesjährigen Folklore-Fest war eine Delegation mit neun Personen in Bitburg. Darunter war die Band Kentucky Blue, die mit ihren Auftritten das Publikum begeisterte. Bürgermeister Thomas Hardesty sendete eine Grußbotschaft. Auch er selbst war vor einigen Jahren mit einer Delegation hier. "Meist verbinden die Freunde aus Shelbyville einen Europa-Trip mit einem Besuch in Bitburg.", sagt Krämer.