Besser geht's (noch) nicht

Zwei Mal ausgebessert — und immer noch nicht gut: Die Landesstraße 1 zwischen Lützkampen und Dahnen ist zwar repariert worden, dennoch ärgern sich Autofahrer über Steinschlag auf der Strecke.

Dahnen/Lützkampen. Fliegende Steine, zerkratzte Scheiben, immer auf der L 1: "Das kommt öfter vor", bestätigt Peter Philippe, Ortsbürgermeister von Dahnen. "Bei mir haben sich auch schon Leute beschwert. Und ich weiß von einigen, die Schäden am Auto haben."Besonders hart traf es offenbar einen TV-Leser, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, weil er "nicht der Buhmann sein will": Gleich drei Mal, meldet der Bürger aus der Verbandsgemeinde Arzfeld, habe er mittlerweile die Werkstatt aufsuchen müssen. "In der letzten Oktoberwoche ließ ich fünf Steinschlagschäden auf Kosten meiner Versicherung reparieren. Etwa zehn Tage später passierte dann ein derartiger Einschlag, dass die Scheibe einen Riss hatte und am 9. November ausgetauscht wurde. Diese Reparatur kostete mich 150 Euro Selbstbeteiligung." Die neue Scheibe habe exakt drei Tage überstanden. Bis zum 12. November, "als mir erneut ein Stein ins Fenster flog".L 1 muss noch ein paar Jahre halten

Im Vorjahr hatte zunächst die Arzfelder Straßenmeisterei die L 1 ausgebessert. "Dabei sind gröbere Unebenheiten egalisiert worden", berichtet Josef Arens vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein. Vor einigen Wochen habe dann die Straße eine neue Oberfläche erhalten. Zweck: die L 1 noch einige Jahre im aktuellen Zustand zu erhalten, bevor sie dann grunderneuert werden soll (einen Termin gibt es dafür noch nicht).Gerade die neue Decke scheint nun die Probleme zu verursachen: Zu grob sei der Belag, sagt der TV-Leser. Immer wieder lösten sich Steine aus der Straße und flögen durch die Luft. "Und wenn da mal ein Winter drübergegangen ist mit richtig Frost, dann ist im Frühjahr alles wieder kaputt." Arens ist das Problem bekannt, allerdings sei derzeit keine andere — und ähnlich günstige — Lösung drin: "Wir haben momentan noch mehr als 350 Kilometer schlechter Straßen in unserem Beritt. Und so viel Geld bekommen wir auch nicht, dass wir alle auf einen Schlag neu bauen können." Er verweist allerdings auch auf die Geschwindigkeits-Begrenzung, die nach dem Auftragen der neuen L1-Oberfläche gegolten habe. Wer schneller fahre, gehe das Risiko ein, Steine hochzuschleudern.Dass die Schäden auch durch zu schnell fahrende Autos verursacht werden können, räumt auch der Leser ein: "Wenn mir einer mit 80 entgegenkommt, kann ich nichts machen", sagt er. "Aber ich sehe das trotzdem so, dass da keine ordentliche Arbeit gemacht worden ist." Deshalb hat er auch beim LBM seine 150 Euro Selbstbeteiligung, die ihn die neue Scheibe gekostet hat, zurückgefordert. Ausgang ungewiss: Die Forderung werde derzeit in der Behörde überprüft, sagt Josef Arens.