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Besser wohnen und shoppen in der Heimat

Infrastruktur : Gut wohnen und shoppen in der Heimat

Die Stadt Neuerburg und der Gewerbeverein machen mit einem Flyer Werbung für das Mittelzentrum. Auch die Stadtkernsanierung läuft langsam an. Ein Planungsbüro entwickelt Konzepte für den Stadtpark.

Landflucht, Überalterung, schlechte Infrastruktur, kaum öffentlicher Nahverkehr und so weiter und so fort. Die Liste mit den altbekannten Argumenten, die gegen ein Leben auf dem Land sprechen, ließe sich noch weiter mit immer wieder in diesem Zusammenhang genannten Schlagwörtern fortsetzen. Doch statt frustriert die Hände in den Schoß zu legen, gibt es an einigen Stellen pfiffige Ideen.

So wie in Neuerburg. Auch dort gibt es Leerstand in Geschäften und Wohnhäusern. Stadt und  Gewerbeverein haben jetzt in einer gemeinsamen Aktion einen Flyer mit zahlreichen Informationen über die Stadt herausgebracht. Auf der ersten Seite heißt es selbstbewusst: „Warum Neuerburg? Weil Neuerburg hat’s!“

Und was das Mittelzentrum alles zu bieten hat, findet man auf den innenliegenden Seiten. So umfasst das Einzugsgebiet 15 000 Einwohner, bietet bezahlbare Immobilien und ist zudem noch Luftkurort.

„Die Idee für den Flyer bestand schon länger“, sagt Siegfried Mathieu, Beigeordneter der Stadt Neuerburg. „Wir wollen den Menschen bewusst machen, was alles in der Stadt  vorhanden ist.“ Und da kommen mehr als 100 Betriebe und Dienstleister in Neuerburg und Umland zusammen. Und damit man die Betriebe auch findet, gibt es einen Stadtplan, in dem die Lage jedes einzelnen gekennzeichnet ist. „Das beweist, dass wir ein gutes Angebot haben, auch wenn man das aufgrund der vielen Leerstände im Zentrum so nicht unbedingt wahrnimmt“, sagt Mathieu. Der Flyer – Auflage 15 000 – sei eine gute Information für Menschen, die sich für Neuerburg als Wohnort oder Geschäftsstandort interessieren. Mehr als zehn leere Geschäftsräume gibt es derzeit im Stadtkern, die auf ihre Wiederbelebung warten.

Und den Einheimischen sei dieses reichhaltige Angebot vielleicht auch nicht bewusst, vermutet Mathieu. Auch für die sei der Flyer als Anreiz gedacht, die Geschäfte vor Ort zu nutzen, frei nach dem Slogan: „Kauf in deiner Stadt  - damit sie eine Zukunft hat“, sagt der Beigeordnete. Außerdem wird in der Broschüre erklärt, was es mit der Stadtkernsanierung auf sich hat und wie man als privater Hausbesitzer davon profitieren kann.

„Für mich ist das eine gelungene Sache. Wir versprechen uns einiges davon“, sagt Lothar Fallis, Bürgermeister der Stadt Neuerburg. „Mit dieser Information zeigen wir, dass wir nicht auf dem absteigenden Ast sind, sondern etwas zu bieten haben.“ Den Flyer findet man in den Geschäften Neuerburgs. Nach den Sommerferien soll er an alle Haushalte der ehemaligen Verbandsgemeinde Neuerburg und angrenzende Orte, auch auf luxemburgischer Seite,  verteilt werden, sagt Mathieu.

„Der Flyer ist sehr umfangreich und sehr interessant. Zwar ist es auf dem Marktplatz etwas ruhiger, trotz allem gibt es sehr viel Gewerbe im Ort“, sagt Astrid Schirtz von Astrid’s Bastelstube. Jetzt müsse man noch dringend gemeinsam eine Lösung für den Marktplatz finden.

Stichwort Stadtkernsanierung: Wie weit ist die eigentlich fortgeschritten? wollen wir von Manfred Dichter, Bauamtleiter der Verbandsgemeinde Südeifel wissen. „In naher Zukunft wird die Sanierung des ­Beilsturms ausgeschrieben und umgesetzt“, sagt er (der TV berichtete). Darüber hinaus soll der Stadtpark attraktiver werden. Die Bühne soll überdacht, eine behindertengerechte Toilettenanlage gebaut und im Bereich der Wasserfälle eine Aussichtsplattform errichtet werden. „Im Moment ist ein Planungsbüro damit beauftragt, Konzepte zu entwickeln. Diese werden im Spätsommer dem Rat vorgestellt. Die Maßnahmen werden dann im Winter ausgeschrieben und können im Frühjahr 2019 realisiert werden“, sagt Dichter zum zeitlichen Ablauf.

 Gesucht: Neue Ideen für den Marktplatz in Neuerburg. Dort gibt es viele Leerstände. Foto: Stefanie Glandien
Gesucht: Neue Ideen für den Marktplatz in Neuerburg. Dort gibt es viele Leerstände. Foto: Stefanie Glandien Foto: TV/Stefanie Glandien
 Gesucht: Neue Ideen für den Marktplatz in Neuerburg. Dort gibt es viele Leerstände. Foto: Stefanie Glandien
Gesucht: Neue Ideen für den Marktplatz in Neuerburg. Dort gibt es viele Leerstände. Foto: Stefanie Glandien Foto: TV/Stefanie Glandien
 Gesucht: Neue Ideen für den Marktplatz in Neuerburg. Dort gibt es viele Leerstände.
Gesucht: Neue Ideen für den Marktplatz in Neuerburg. Dort gibt es viele Leerstände. Foto: TV/Stefanie Glandien

Noch in weiter Ferne ist allerdings die Umgestaltung des Marktplatzes. „Eventuell schieben wir 2019 einen Ideenwettbewerb an“, sagt Dichter zurückhaltend. Festlegen möchte er sich aber nicht. Das Förderprogramm „Ländliche Zentren – kleine Städte und Gemeinden“ läuft  zehn Jahre. In diesem Zeitraum werden öffentliche, aber auch private Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen gefördert. Auch dazu findet man viele Informationen im Flyer oder auf der Internetseite www.neuerburg-eifel.de