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Betriebseinstellung befördert Busprojekt in Orenhofen

Weil Walscheid die Konzession zurückgibt, wird das Dorf schneller angebunden : Betriebsaufgabe befördert Busprojekt in Orenhofen

Nach monatelangem Kampf stehen die Chancen für eine bessere Busverbindung ab 2022 in Orenhofen inzwischen gut.

Es gilt als unfein, vom Unglück anderer Menschen zu profitieren. Manchmal aber eröffnet die Misere des einen erst das Glück des nächsten. Ein gutes Beispiel dafür ist die Gemeinde Orenhofen, die seit Monaten für eine bessere Busverbindung kämpft. Und diesem Ziel nun dadurch, dass das Dudeldorfer Busunternehmens Walscheid seinen Betrieb eingestellt hat, einen ganzen Schritt näher gekommen ist.

Das muss erklärt werden: 60 Jahre lang brachten die silbernen Busse der Firma die Orenhofener, Herforster, Binsfelder und Spangdahlemer nach Trier. Diese Linie 231 hat der Verkehrsverbund Region Trier, kurz VRT, aber im September 2019 eingestellt. Der Grund: Die Firma Moselbahn hat den Zuschlag für das Linienbündel „Römische Weinstraße“ rund um Zemmer erhalten. Und somit durfte Walscheid auf diesen Strecken nicht mehr verkehren.

Orenhofen, so wie viele andere Dörfer, die im neuen Linienbündel nicht bedacht waren, wurden daher vom Netz abgeschnitten. Die Konzession der Firma Walscheid mit ihrer Linie 403 nach Bitburg aber reichte im Umkreis noch bis 2024.

Und dies wiederum hätte bedeutet, dass Orenhofen und die umliegenden Ortschaften noch vier Jahre lang auf den Anschluss ans geplante Linienbündel Waldeifel hätten warten müssen. Obwohl dieses bereits 2022 an den Start gehen soll.

Wogegen sich massiver Protest im Dorf regte (der TV berichtete mehrfach). Eine Arbeitsgruppe wurde gegründet, 435 Unterschriften gesammelt und vergangene Woche an Landrat und VRT-Verbandsvorsteher Joachim Streit übergeben. Inklusive eines Positionspapiers mit einigen Forderungen, das dem TV vorliegt.

Ein Teil des Problems aber habe sich nun mit der Geschäftsaufgabe der Firma Walscheid und der Abgabe der Konzession erledigt, wie Ortsbürgermeister Wolfgang Horn sagt. Denn nun muss der VRT mit dem Anschluss Orenhofens ans neue Linienbündel nicht mehr warten bis diese ausgelaufen wäre. „Wir gehören irgendwie zu den Nutznießern dieser Insolvenz. Des einen Leid, des anderen Freud“, fasst der Dorfchef zusammen.

Somit ist zumindest ein Ende der Situation absehbar, wenn auch noch in gewisser Ferne. Immerhin werden bis voraussichtlich 2022 weiterhin keine Busse aus der Gegend nach Trier fahren. Man sei inzwischen aber auf gutem Wege dies zu ändern, meint Ortsbürgermeister Wolfgang Horn. Bei Gesprächen mit dem VRT habe er positive Signale empfangen. Für die Durchsetzung der Forderungen aus dem Positionspapier, unter anderem die Schaffung einer attraktiven Verbindung zum Bahnhof in Auw an der Kyll, gebe es gute Chancen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version war von einer Insolvenz des Unternehmens Walscheid die Rede. Diese Angabe war nicht korrekt und wurde korrigiert.