Kunst: Bewegende Geschichten, berührende Bilder

Kunst : Bewegende Geschichten, berührende Bilder

Erinnerung in Worten und auf der Leinwand: Das Echternacher Trifolion lädt in der Reihe „Judeum Epternacum“ zu zwei weiteren Veranstaltungen ein: einem Vortrag mit Diskussion und einer Ausstellung.

In der Reihe Judeum Epternacum, in der es um die jüdische Geschichte Echternachs geht, präsentiert das Trifolion Echternach  eine Doppelveranstaltung: eine Ausstellung mit den Bilder von Robi Gottlieb-Cahen sowie  einen Vortrag des Zeitzeugen Henri Juda.

Unter dem Titel „Yizkor - Erinnerungen“ wird ab Montag, 19. Februar,  18.30 Uhr, die Ausstellung des Künstlers Robi Gottlieb-Cahen gezeigt. Es sind  meist Porträts junger, schöner Frauen.

Doch man hat es hier nicht mit lieblicher Kunst zu tun, ganz im Gegenteil: Oftmals sind die Augen geschlossen oder die Gesichter spiegeln das Leiden, den Schmerz wider. „Geprägt von der Auseinandersetzung mit der Shoah und der Judenvernichtung, erfüllt seine Kunst vielleicht sogar eine psychotherapeutische Funktion für ihn“, schreiben die Veranstalter.

Und weiter: „Bei genauer Betrachtung stellt man fest, dass seine Malerei das Leben, nicht den Untergang, glorifiziert.

Seine Werke sind für ihn eine Waffe gegen das Vergessen vergangenen Leidens und eine Transzendierung des Geschehenen.“ Der Künstler eröffne mit seinen Werken dem Betrachter einen Einblick in seine berührende Gefühlswelt.

Robi Gottlieb-Cahen arbeitet mit Acrylfarben, Tinte und Pigmenten. Er gebraucht Säuren, die das Gemalte teilweise wegätzen.

Auf diesen neuen Untergrund trägt er wieder Farben auf, so dass jedes Bild aus verschiedenen, sich überlagernden Schichten, besteht.

Die Ausstellung des Künstlers Robi Gottlieb-Cahen ist bis 18. März im Trifolion zu sehen. Besichtigung während der Veranstaltungen (Öffnung etwa eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung) sowie dienstags und donnerstags von 13 bis 17 Uhr). Info: www.robi-gottlieb-cahen.com


„Mitten unter uns - Die Schicksalsgeschichte der Familie Juda“ lautet der Titel eines Vortrags  von Henri Juda am Dienstag, 20. Februar, um 20 Uhr im Trifolion. Anhand vieler noch nie veröffentlichter Dokumente beleuchtet der Echternacher Henri Juda diese fatalen Jahre am Beispiel seiner Familiengeschichte.

Während beide Großmütter dem Holocaust zum Opfer fielen, seine Mutter Auschwitz überlebte, versteckte eine mutige Bauernfamilie seinen Vater in Befort während der Kriegsjahre.

Zu hören  sind berührende Geschichten von wirtschaftlichem Aufstieg, Feindschaften und Verrat, Ausgrenzung, Entrechtung, Vertreibung, Deportation  und Ermordung sowie dem Versuch, in der Nachkriegsgesellschaft ein neues Leben aufzubauen, in dem Versöhnung und Vergessen, aber auch Verdrängen im Mittelpunkt standen.

Der Vortrag findet  in deutscher Sprache  statt und dauert  70 Minuten  ohne Pause.

Anschließend ist eine  Diskussion geplant.

Foto: Tv/Robi Gottlieb-Cahen

Der Eintritt ist frei.  Eine Anmeldung an ticket@trifolion.lu sowie eine Spende an den Verein Memo Shoah sind erwünscht.