1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Bewertungsportal stuft Gondorf und Lünebach völlig unterschiedlich ein.

Freizeitparks in der Region : Eifeler Tierparks: Einer oben, einer unten

Ein Bewertungsportal im Internet hat den Lünebacher Eifel-Zoo auf den bundesweit letzten Rang gesetzt. Besser: das Urteil über den Eifelpark Gondorf. Grundlage: Besucherkommentare.

Nicht ausreichend: Ein sogenanntes Ranking aller deutschen Zoos, veröffentlicht vom Internetportal „Testberichte.de“ (dort werden in der Regel Produkttests anderer Medien zusammengestellt), führt den Eifel-Zoo Lünebach aktuell auf dem letzten Platz, mit einem Durchschnitt von 3,2 Bewertungs-Sternen, das Maximum sind fünf. Auf der Liste stehen alle Anlagen, zu denen mehr als 300 Besucher-Kommentare vorliegen. Erhoben habe man die Daten in der Woche vom 8. bis 16. Mai dieses Jahres.

Der Eifelpark in Gondorf darf sich mit 4,5 von fünf möglichen Sternen über bundesweit Platz 50 freuen, in Rheinland-Pfalz steht er sogar auf Rang eins. Lünebach landete mit 3,3 Sternen auf Platz 158 – Letzter, im Land und der Nation.

 Stefan Terlinden (links) erklärt Besuchern, was im Eifel-Zoo noch geplant ist.
Stefan Terlinden (links) erklärt Besuchern, was im Eifel-Zoo noch geplant ist. Foto: Fritz-Peter Linden

„Mitverantwortlich für die schlechten Kritiken“, schreibt „Testberichte.de“, sei „eine Flutkatastrophe im Juni 2018. Besucher beklagen insbesondere die ihrer Meinung nach gleichbleibend hohen Eintrittspreise, obwohl der Zoo noch nicht wieder überall zugänglich und der Tierbestand geschrumpft ist.“

Bewertungsportal stuft Gondorf und Lünebach völlig unterschiedlich ein.
Foto: Klaus Kimmling

Genau, die verheerende Flut vor fast genau einem Jahr, bei der auf der privaten Anlage des 2017 gestorbenen Gründers Hans Wallpott viele Tiere umkamen und Millionenschäden zurückblieben (der TV berichtete). Parkchefin Isabelle Wallpott stieg verzweifelt aus, Mutter Annemie und Bruder Markus versuchten, die Anlage auf neue Füße zu stellen. Motto: Weg von den tropischen Exoten, mehr Kreaturen von der nördlichen Halbkugel.

Bewertungsportal stuft Gondorf und Lünebach völlig unterschiedlich ein.
Foto: Klaus Kimmling

Die Umgestaltung, sagt der neue Zoochef Stefan Terlinden, laufe Schritt für Schritt. Der Plan: Den Park in drei Bereiche zu gliedern – Nordeuropa, Nordasien, Nordamerika. Von den Großkatzen werden nur die Löwen bleiben. In Kürze beginne der Umbau ihrer Anlage: Drei Gehege werde man zu einem – und deutlich größeren – zusammenführen, sagt Terlinden.

Und das „Ranking“? „Das größte Problem ist: Alles Negative verbreitet sich schnell“, sagt der Parkchef. „Das Positive bleibt nicht so haften.“ Und, ja: Man habe noch immer mit den Folgen der Flut zu kämpfen.

Allerdings. Die Schäden waren so massiv, dass Teile der Anlage weiter gesperrt sind. An vielen Stellen wird gearbeitet, es zieht sich – 30 Hektar sind eben viel Fläche. „Es geht einfach nicht alles auf einmal“, sagt Terlinden. Das Hochwasser sei schlimm gewesen. „Aber es ist auch schon vorher nicht mehr so gut gelaufen.“ Bis die Anlage aber so weit sei, dass alles stehe, werde man voraussichtlich fünf Jahre brauchen.

Drei Besucher spazieren vorbei. Wie finden sie das mit dem Eintritt? „Ist doch okay“, sagt Rolf Peters aus Langenfeld. „Irgendwo muss ja auch Geld herkommen.“ Er findet die Anlage „wunderschön angelegt“. Die Geschwister Bärbel und Thomas Hoffmann aus Krefeld stimmen ihm zu. „Der erste Eindruck? Schön“, sagt Bärbel Hoffmann. Und die zehn Euro? Seien nicht zuviel.

Vor allem: „Wir brauchen das Geld, um weiter arbeiten zu können“, sagt Zoobesitzerin Annemie Wallpott. Und dabei hilft jede gute Nachricht, was immer auch das Internet sagt: „Gestern war noch das Veterinäramt hier.“ Ergebnis: „Keine Beschwerden.“

Die hat man angesichts des guten Ergebnisses in Gondorf ohnehin nicht. „Das freut uns schon mal auf jeden Fall“, sagt der Marketing-Verantwortliche Christian Weirich. Das sei gewiss aber auch dem Umstand geschuldet, dass die Besitzerfamilie Goetzke „irre viel“ in den Park investiere. „Man merkt jedes Jahr neu, wie viel sich da tut“, sagt Weirich. Und werde weiter auf Kundenwünsche eingehen „und am Ball bleiben“.

Der Eifelpark Gondorf ist täglich geöffnet von 10 bis 17 Uhr. Kinder bis zu einer Göße von einem Meter kommen kostenlos rein, von einem Meter bis 1,50 Meter zahlt man 23,50 Euro, größere zahlen 26,50 Euro. Hinzu kommen Sondertarife und ermäßigte Karten. Der Eifel-Zoo ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Ab 13 Jahren zahlt man 10 Euro, Kinder von drei bis zwölf Jahren 8 Euro. Auch dort gelten Gruppentarife und Ermäßigungen.