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Biber staut Alfbach wieder auf

Biber staut Alfbach wieder auf

Ein halbes Jahr nach dem Abbau des Biberdamms im Alfbachtal ist der Biber wieder aktiv. Bei der Verbandsgemeinde Prüm laufen unterdessen die Planungen, wie die Situation dort dauerhaft gesichert werden kann.

Pronsfeld/Prüm. Der Aufschrei war groß: Anfang November wurden zwei Biberdämme im Alfbachtal auf Anordnung der Verbandsgemeinde (VG) Prüm abgerissen. Das beliebte Ausflugsziel war von heute auf morgen verschwunden (der TV berichtete).

Die Info-Tafeln zum Biber wiesen nur noch in eine karge Mondlandschaft. Auch heute noch - rund ein halbes Jahr später - ist die Schneise der Verwüstung, die der eingesetzte Bagger hinterlassen hat, noch gut erkennbar.

Der Einsatz in dem Naturschutzgebiet war notwendig geworden, weil einer der beiden Dämme einen Durchlass unter dem Wirtschaftsweg blockierte. So wurde eine solche Menge Wasser aufgestaut, dass das Wasser den Wirtschaftsweg zu durchweichen drohte und die Gefahr bestand, dass der gesamte Weg weggespült wird (der TV berichtete).

Damals befürchteten viele, dass die Naturattraktion unwiederbringlich verloren sei. Doch nach einem halben Jahr hat sich die Situation entspannt. "Wir können absolute Entwarnung geben", sagt Stephanie Venske vom Biberzentrum Rheinland-Pfalz.

"Der Biber ist immer noch da und wegen der Zerstörung seines Dammes nicht vergrämt oder weitergezogen." Im Gegenteil: Er baue wieder fleißig an einem neuen Damm. Allerdings werde es wohl noch eine Weile dauern, bis auch der Bachlauf wieder renaturiert sei, sagt Venske. "Aber auch insgesamt wird sich das alles erholen."

Doch damit der Biber diesmal ungestört bauen kann, ohne andere zu gefährden, plant die VG Prüm eine Reihe von Maßnahmen, die jetzt bei einem gemeinsamen Ortstermin von Verbandsgemeinde, Ingenieurbüro und Biberzentrum besprochen wurden. Unter anderem soll eine neue Furt über den Wirtschaftsweg führen. "Dazu soll der Weg auf einer Länge von rund 20 bis 30 Metern um schätzungsweise einen Meter abgesenkt werden", sagt Ewald Dockendorf, Leiter des Bauamts der Verbandsgemeinde Prüm.

So könne das Wasser ab einem gewissen Wasserstand über den Weg abfließen, und der Wasserdruck auf den Durchlass werde nicht mehr so groß. "Es muss sichergestellt werden, dass die Brücke keinesfalls wieder komplett zugebaut wird", sagt Dockendorf.

Bestenfalls bis auf halbe Höhe wolle man den Biber wieder stauen lassen. Um Fußgängern bei Hochwasser den Weg über die Furt zu ermöglichen, wird über einen Holzsteg nachgedacht.

Wie teuer diese Maßnahmen werden, steht noch nicht fest. "Das soll das Planungsbüro jetzt ermitteln, danach entscheiden wir weiter", sagt Dockendorf. Auf jeden Fall sollen die Kosten auf mehrere Schultern verteilt werden, auch die Tierschützer sollen sich nach Möglichkeit daran beteiligen.

Bis die Maßnahmen umgesetzt sind, müssen die Biberbauten noch klein gehalten werden, berichtet Dockendorf. "Der baut ja doch recht schnell."