GLAUBE IM ALLTAG: Bilanz der Fastenzeit 2019 …

GLAUBE IM ALLTAG : Bilanz der Fastenzeit 2019 …

Na ja, es könnte besser sein, will ich einmal vorsichtig sagen. Eigentlich hatte alles so gut angefangen. Ich bekam einen deutschen und einen französischen Fasten-Kalender geschenkt. Meine Kollegin, die für die Exerzitien bei uns zuständig ist, hat mich mit wundervollen Texten und Anregungen versorgt.

Morgens habe ich genügend Zeit eingeplant, um in aller Ruhe „in mich zu gehen“. Alles in allem. Die Voraussetzungen waren bestens. Doch irgendwie hat das nicht gereicht. Französische Geschichten am Morgen – keine Lust, poetische Texte kurz nach dem Frühstück – zu kompliziert.

Nichts davon wollte wirklich in meinen Kopf. Okay, dachte ich, dann esse ich wenigstens keine Süßigkeiten. Nicht gelungen, im Gegenteil. Je mehr ich darüber nachdachte, auf Schokolade und Kuchen zu verzichten, umso größer war mein Heißhunger darauf. Schmeckt ja auch wirklich alles lecker.

Außerdem habe ich festgestellt: Ich bin echt gut darin, mich abzulenken, mit allem Möglichen – ob Radio hören, Küche aufräumen, Unterricht vorbereiten usw.

Bis ich dann doch keine Zeit mehr zum Meditieren oder für die Stilleübung hatte. Glücklicherweise mochte ich das Einstiegsgebet. Deshalb habe ich schließlich ganz auf den Rest verzichtet. Es reicht mir vollkommen und lautet so:

„Hier bin ich Gott, vor dir, so wie ich bin, mit meiner Sehnsucht, Hoffnung, Freude, meinem Ärger, meiner Müdigkeit… hilf mir zu sehen, was du mir zeigen willst, zu hören, was du mir sagen willst, zu spüren, dass du bei mir bist und bei mir bleibst. Amen.“

Daniela Steil,

Pastoralreferentin Grevenmacher, Luxemburg

Daniela.steil@cathol.lu