Bildung am Bunker

Es ist immer die Frage, in welcher Relation Nutzen und Ertrag stehen. Wenn der Bund nun einige Westwall-Bunker aus Gründen der Sicherheit vernichtet hat, wird er wahrscheinlich seine Gründe dafür haben. Gleichwohl ist hinlänglich bekannt, dass Gesetze und Verordnungen in Deutschland meist allzu penibel ausgelegt werden, wenn sie nicht sogar überflüssig sind. Denn: Es ist kein Fall bekannt, dass sich jemand in den vergangenen Jahren an einem Schneifel-Bunker ernsthaft verletzt hat. Wenn jemand meint, er müsse daran herumklettern, geschieht dies auf eigene Gefahr. Den Bund dafür in die Pflicht zu nehmen, wäre ohnehin staatsbürgerlich unangemessen. Gerade in Zeiten knapper Kassen sollte sich die Vermögensverwaltung deshalb davor hüten, Steuergeld zu verschwenden, indem sie unnötige Sanierungsprojekte dieser Art angeht. Stattdessen macht der Vorschlag der Naturpark-Funktionäre Sinn: einen gut beschilderten Wanderweg zur touristischen Erschließung anzulegen in Erinnerung an die Wahnsinnigen, die in Deutschland einmal das Sagen hatten. Ein Besuch wäre dann nicht nur für in- und ausländische Touristen ein kultur-historischer Beitrag im Urlaubsprogramm, sondern auch für jede Schulklasse ein außerordentlich spannendes wie erkenntnisreiches Erlebnis. m.reuter@volksfreund.de

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