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Bio-Schafe aus dem Nationalpark Eifel

Bio-Schafe aus dem Nationalpark Eifel

Peter Hilberath pflegt mit seiner Herde seit fast 40 Jahren die wertvollen Grünlandflächen auf der Dreiborner Hochfläche. Mit seinen Bentheimer Landschafen will der Schäfer seinen Betrieb auf eine ökologische Landbewirtschaftung umstellen.

Schleiden-Dreiborn. Peter Hilberath pflegt mit seiner Herde seit fast 40 Jahren die wertvollen Grünlandflächen auf der Dreiborner Hochfläche. Mit seinen Bentheimer Landschafen, einer vom Aussterben bedrohten alten Haustierrasse, will der Schäfer aus Merzenich bei Düren seinen Betrieb auf eine ökologische Landbewirtschaftung nach EU-Vorgaben umstellen.
Rund 800 Tiere sind in seiner Herde, mit der er im Frühjahr auf die Wiesen zieht. Den Wandel vom ehemaligen Truppenübungsplatz zum Nationalpark trägt er mit: "Ich will mich den hohen Ansprüchen und dem Status des Nationalparks und auch den natürlichen Bedingungen auf der Dreiborner Hochfläche anpassen", so der 53-Jährige. Der Schäfer betreut seine Tiere gemeinsam mit Schäferin Julia Schneider und zwei Hütehunden.
Durch die Beweidung von April bis in den frühen Winter soll sich die Ebene zu einem ökologisch wertvollen, nährstoffarmen, aber artenreichem Grünland entwickeln. Gleichzeitig sollen die angrenzende Ginsterheiden mit ihren Sträuchern und Grasflächen genauso erhalten bleiben wie die attraktiven Fernblicke für Besucher des Nationalparks.
Als das Militär noch übte, erstreckte sich das Grasland noch über eine Fläche von 1200 Hektar. Bis 2015 wird es schrittweise aus der Pflege genommen. Diese Flächen werden langsam vom Wald erobert. Nationalparkverwaltung und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben wollen aber 600 Hektar auf der Dreiborner Hochfläche dauerhaft durch Wiesenmahd und Schafbeweidung sichern und weiterentwickeln. Dabei ist Peter Hilberaths Arbeit ein wesentlicher Stützpfeiler.
Von der Umstellung auf einen zertifizierten "Bio-Betrieb" erhofft sich Schäfer Hilberath auch eine bessere Vermarktung seiner Tiere mit dem Bio-Label. Bevor Erzeugnisse seiner Tiere mit Öko-Kennzeichnung verkauft werden dürfen, müssen die Schafe zwei Jahre ökologisch gehalten werden.
Vorerst strebt Hilberath das EU-Zertifikat an. Er denkt daran, später einem Verband wie Bioland oder Demeter beizutreten. Diese verlangen noch höhere Anforderungen.
Das nährstoffarme Futter auf den Hochflächen würden die Bentheimer Schafe gut vertragen, sagt Hilberath. Das Bentheimer Landschaf sei von Haus aus den natürlichen Gegebenheiten bestens angepasst.
Die Umstellung auf den Bio-Betrieb sei mit hohen Kosten verbunden, die er ohne Fördermittel nicht stemmen könne. Aber er erhält eine finanzielle Förderung von 70 Prozent für die Zeit der zweijährigen Umstellung.
Vor allem die Beschaffung von Kraftfutter aus ökologischem Anbau sei sehr teuer. Ebenso wie die seltenen Schafe selbst. Bentheimer sind schwer zu bekommen.
Die Kriterien nach den Grundregeln der EU-Verordnung werden regelmäßig überprüft. Nach der Umstellungsphase erhält der Schäfer das begehrte Siegel. Im kommenden Sommer wird diese Hürde genommen und dann gibt es bald Bio-Schaf aus dem Nationalpark Eifel. eb