Biomüllsammlung hat im Eifelkreis wenig Resonanz

Kostenpflichtiger Inhalt: Archiv - Abfallwirtschaft : Biomülleimer und Tüten sind im Eifelkreis kaum gefragt

Bislang wurden im Eifelkreis 4000 Behälter für Biomüll verteilt. Bei den Container-Standorten wünscht sich der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier mehr Unterstützung seitens der Gemeinden.

Mit seinen beiden größten Konkurrenten, dem Komposthaufen und der Restmülltonne, kann der kleine Eimer für Biomüll nur schwer mithalten. Laut Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) wurden seit der Einführung der Biotonne Anfang 2018 im gesamten Kreisgebiet nur rund 4000 Exemplare verteilt. Im Schnitt verfügt also lediglich jeder zehnte Privathaushalt rund um Bitburg und Prüm über einen der braunen Behälter. Die passenden Biomülltüten, die genau wie die Eimer kostenlos ausgegeben werden, sind ebenfalls verhältnismäßig wenig gefragt. Bislang wurden davon 105 000 unters Volk gebracht. Pro Einwohner ist das etwa eine in 20 Monaten.

Ein Selbstläufer scheint das Projekt also nicht zu sein. Wobei die Nutzung des Systems „auch ohne die Hilfsmittel des ART möglich ist“, wie Kirsten Kielholtz, Sprecherin des Zweckverbands, erklärt. Wer seinen Biomüll in einem der dafür aufgestellten Container entsorgen will, ist also auf Deckeleimer und Papiertüten nicht angewiesen. Was allerdings die Nutzung der Container betrifft, so hängt diese von der Verfügbarkeit ab. Und genau daran hapert es derzeit noch. Wie Kielholtz erklärt, sei das Netz an Standorten noch sehr grobmaschig – vor allem hierzulande.

Aktuell stehen im Eifelkreis 109 Container. Ausschlaggebendes Kriterium für die Standorte ist allerdings weniger die Einwohnerzahl als vielmehr die Bereitschaft der Gemeinden, dafür Plätze anzubieten. Und die ist unterschiedlich stark ausgeprägt.

Während es beispielsweise in der 900-Einwohner-Gemeinde Kyllburg gleich drei Container für Biomüll gibt, ist die Situation in Prüm bei weitem nicht so komfortabel. „Da in Prüm bisher nur ein einziger Containerstandort außerhalb des Ortes vorhanden ist und keine weiteren Standplätze genehmigt wurden, ist die Nutzung des Systems hier nur mit großem persönlichem Aufwand möglich“, meint dazu Kielholtz. Entsprechend gering sei dort deshalb auch die Akzeptanz des Angebots.

Ein wenig anders ist die Situation in Bitburg. Dort gebe es derzeit im Stadtgebiet und den Stadtteilen insgesamt vier Container, die auch gut genutzt würden, erklärt die ART-Sprecherin. Allerdings seien auch dort die Wege zur nächstgelegenen Entsorgungsstation insgesamt recht weit, weshalb der Zweckverband gerne mehr Container aufstellen würde, dabei aber eben auf die Unterstützung der Gemeinden angewiesen ist.

Die Nutzung der Biomüllcontainer ist das eine, die sachgerechte Nutzung des Angebots das andere. Wie bei der Blauen Tonne oder dem Gelben Sack landen auch im Biomüll durchaus Dinge, die dort nicht hingehören. Allerdings scheint das Ausmaß der falschen Entsorgung beim Biomüll insgesamt recht gering zu sein.

„Um die Qualität des Systems zu beurteilen, wird es seit seiner Einführung durch das unabhängige Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie wissenschaftlich begleitet“, erklärt dazu Kielholtz.

Und die bisherigen Ergebnisse zeigten, dass die Qualität des Mülls in den Containern ebenso gut, in Teilbereichen sogar besser sei als die des Abfalls in den klassischen Biomülltonnen, wie es sie beispielsweise im Vulkaneifelkreis gibt. Dort ist geplant, die Tonnen im kommenden Jahr ebenfalls durch Container und Biomülleimer zu ersetzen (der TV berichtete).

Wie die ART-Mitarbeiterin erklärt, habe das Institut im Juni Stichproben aus den Sammelcontainern analysiert, um die Qualität der Bioabfälle zu bewerten. Und dabei habe der Anteil an Material, das nicht in den Biomüll gehöre, bei lediglich 1,8 Prozent gelegen.

„Der größte Anteil an Fremdstoffen entfällt hierbei auf verpackte Lebensmittel, gefolgt von Plastiktüten, Glas und Metallen“, sagt Kielholtz. Schadstoffhaltige Abfälle wie beispielsweise Batterien oder Elektroaltgeräte seien in keiner der Proben festgestellt worden.

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