Bis das Flurbereinigungsverfahren zum Bau der Tangente um Bitburg abgeschlossen ist, werden noch gut fünf Jahre ins Land gehen. Bis die Tangente gebaut ist, womöglich noch mehr.

Verkehr : Neubau der Trasse noch nicht in Sicht

Die unendliche Geschichte einer Straße: Bis das Flurbereinigungsverfahren zum Bau der Tangente um Bitburg abgeschlossen ist, werden noch gut fünf Jahre ins Land gehen. Bis die Tangente gebaut ist noch mehr.

Höchste Priorität genießt das Projekt beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Eifel derzeit nicht unbedingt. „Die Bodenwertermittlung wurde abgeschlossen, viel mehr ist bislang noch nicht passiert“, sagt Edgar Henkes, Leiter der Abteilung Landentwicklung Ländliche Bodenordnung. „Unsere Mitarbeiter hängen derzeit noch an einem anderen Flurbereinigungsverfahren fest“, erklärt Henkes und ergänzt: „Wir werden aber irgendwann mit den Teilnehmern in Bitburg sprechen, um deren Wünsche und Vorstellungen zu erfahren.“

Im November 2016 wurde das Verfahren in die Wege geleitet. Damals war das ein Meilenstein in der Geschichte der großen Umgehungsstraße, die in Bitburg seit Jahrzehnten geplant wird.

Die Flurbereinigung ist nötig, weil für den Bau der Nord-Ost-Tangente (siehe Info) rund 33 Hektar Land benötigt werden – davon 13 Hektar für die Trasse selbst und die übrigen 20 Hektar als Ausgleichsfläche für das Verkehrsprojekt. Das gesamte Verfahrensgebiet der Flurbereinigung wiederum umfasst eine Fläche von 195 Hektar, von denen allein 53 Hektar im Eigentum der Stadt beziehungsweise im Besitz der von der Stadt verwalteten Stiftung Bürgerhospital sind. Für den Bau der Trasse kann die Stadt also weitaus mehr Fläche anbieten als am Ende benötigt wird.

Im Flurbereinigungsverfahren sind das optimale Voraussetzungen. Denn je mehr Fläche die Stadt im Angebot hat, desto attraktiver ist sie als Tauschpartner. Und desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, auf Enteignungen verzichten zu können. Darauf würde es nämlich hinauslaufen, sollten Eigentümer nicht bereit sein, ihr für den Bau der Trasse benötigtes Grundstück freiwillig zu tauschen oder zu verkaufen. Henkes ist aber zuversichtlich, dass es dazu nicht kommen wird. „Wir denken, dass wir den Bedarf komplett durch freihändige Ankäufe abdecken können“, sagt er.

Was den Tauschwert der einzelnen Grundstücke betrifft, so richtet sich dieser zum einen nach den bereits ermittelten Bodenwerten und zum anderen nach dem sogenannten Kapitalisierungsfaktor. „Dieser Faktor hängt von der Nachfrage an Grund an Boden ab und wird für jedes Verfahren individuell vom Teilnehmervorstand festgelegt“, erklärt Henkes.

Gut sieben Jahre sind für die Flurbereinigung angesetzt. Wenn also alles läuft wie geplant, wird  das Tauschverfahren mit den dazu gehörenden Vermessungen, notariellen Verträgen und Grundbucheinträgen bis 2023 abgeschlossen sein. „Wir begleiten dieses Verfahren parallel mit anderen“, erklärt der DLR-Mitarbeiter.

Sollte es mit dem Bau der Nord-Ost-Tangente aber schon in ein, zwei Jahren losgehen, so wäre das laut Henkes kein Problem. Zum einen, weil das Verfahren nicht komplett abgeschlossen sein müsse, um die Trasse zu bauen. Zum anderen, weil der Bau der Tangente ohnehin in mehrere Abschnitte eingeteilt sei. „Selbst wenn es 2019 mit dem Bau des ersten Abschnitts begonnen würde, könnten wir immer noch schnell genug reagieren“, versichert der Abteilungsleiter.

Dass er diese Reaktionszeit aber tatsächlich unter Beweis stellen muss, ist eher fraglich. Im Landesstraßenbau-Programm ist die Maßnahme bislang jedenfalls bis auf einen kleinen Ansatz von 100 000 Euro noch nicht weiter eingeplant. Das aber kann sich ändern. Wie Andreas Knauf vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein erklärt, werde noch über die Haushaltsprojekte der Jahre 2019/2020 beraten. Die Tangente könnte also noch in den Haushalt aufgenommen werden. „Sollte aber im kommenden Jahr mit dem Bau begonnen werden, dann frühestens im Spätsommer“, so Knauf.

Letzteres gilt allerdings auch nur für den ersten der insgesamt drei Bauabschnitte. Dieser beinhaltet das Teilstück zwischen dem Kreisel am unteren Ende der Albachstraße (siehe Foto) und der B 257. Und bevor dort die Tangente entsteht, müssen laut Knauf zunächst noch zwei Brücken errichtet werden. Eine wird östlich von Bitburg über einen Wirtschaftsweg und die andere über die Bahntrasse zwischen Bitburg und Erdorf führen.

Wann dann die beiden weiteren Bauabschnitte – das Stück von der B 257 bis zur L 32 und schließlich die Verbindung zur B 51 folgen könnten, lässt sich derzeit nicht mal ansatzweise sagen. Dass die Tangente vor dem Flurbereinigungsverfahren fertig sein wird, damit rechnet keiner.