Bistum erarbeitet Konzept für den ländlichen Raum

Der Trierer Weihbischof Stephan Ackermann hat ein positives Fazit seines zweimonatigen Pastoralbesuchs im Dekanat Daun gezogen. "Das kirchliche Leben im Dekanat Daun ist lebendig und bunt", sagte der Weihbischof während einer Klausurtagung im Exerzitienhaus des Bistums Trier in St. Thomas, wo die hauptamtlichen Mitarbeiter des Dekanats mit Ackermann die Ergebnisse der Visitation diskutierten.

Daun/St. Thomas. (red) "Es gibt sehr viele Gruppen und Personen, die sich engagieren", sagte Ackermann. Im Rahmen der zweimonatigen Visitation hatte der Weihbischof alle 29 Pfarreien im Dekanat Daun besucht, Gottesdienste gefeiert und Sakramente gespendet. Er traf sich mit kirchlichen Mitarbeitern, Gremien und Gruppen und besuchte Vertreter kirchlicher Verbände und Politiker. Der Weihbischof wies darauf hin, dass er die karitative Arbeit als Schwerpunkt auf Dekanatsebene wahrgenommen habe und lobte die gute Zusammenarbeit der Fachkonferenz Caritas und des Caritasverbands. Zugleich dankte er den knapp 27 000 Katholiken im Dekanat für die Offenheit und Gesprächsbereitschaft während seiner Besuche.Ackermann sprach aber auch die Probleme und Herausforderungen an, die ihm während seiner Visitationsreise aufgefallen seien. Bedingt durch die ländliche Prägung gebe es sehr viele kleine Gemeinden. So gebe es 20 Pfarreien, die weniger als 1000 Katholiken haben. "Hier gilt es, die Besonderheiten des ländlichen Raums in den Blick zu nehmen", betonte der Weihbischof. Dazu habe man eine "Projektgruppe Landpastoral" gegründet. "In dieser Gruppe werden Hauptamtliche des Dekanats gemeinsam mit mir Konzeptideen und Vorschläge sammeln, um den spezifischen pastoralen Anforderungen auf dem Land gerecht zu werden", erklärte der Weihbischof. "Wir müssen die derzeit im Bistum Trier laufende Umstrukturierung so gestalten, dass sie auch in ländlichen Gegenden funktioniert", forderte der Weihbischof. Er wies darauf hin, dass die Projektgruppe Modellcharakter habe und auch ein Austausch mit anderen ländlich geprägten Dekanaten angedacht sei.Ein weiteres Problem sei die "Ungleichzeitigkeit" von Pfarreien. Während einige schon "selbstverständlich neue Kooperationsformen praktizieren", stünden andere erst am Beginn der Zusammenarbeit innerhalb der Pfarreiengemeinschaft.Der Dauner Dechant Ludwig Gödert und sein Stellvertreter Klaus Kohnz dankten dem Weihbischof für die vielen Gespräche und Besuche während der Visitation. Es sei wichtig, dass von Zeit zu Zeit jemand von außen die Dinge unter die Lupe nehme. Hier habe sich gezeigt, dass Ackermann einen "unvoreingenommenen Blick" habe. Gödert betonte, dass die Gläubigen in seinem Dekanat durch den Besuch des Weihbischofs "innerlich zusammengerückt" seien. "Dass sie das Gespräch vor Ort suchten, wurde von den Leuten sehr anerkannt", schilderte Kohnz seine Erfahrungen. Vor allem die Besuche in den Pfarreien und Filialen hätten den Gläubigen "einen Schub gegeben".