Bistum investiert in Kitas
Trier/Bernkastel-Wittlich · Die Betreuung der Kinder in den katholischen Kitas liegt dem Bistum Trier am Herzen: Mehr als 540 Einrichtungen haben an einem Projekt teilgenommen, das die Qualität der pädagogischen Arbeit verbessern soll - die Kitas selbst haben den Prozess nun als positiv bewertet. Von 2008 bis heute hat das Bistum für das Projekt 791 000 Euro zur Verfügung gestellt.
Trier/Bernkastel-Wittlich. Erzieher, Eltern, Pfarrer und die Verantwortlichen beim Bistum Trier und dem Caritasverband für die Diözese Trier haben fünf Jahre lang darüber diskutiert - herausgekommen ist ein Rahmenleitbild, das für die katholischen Kitas in der Region zu einem Wegweiser für die Betreuung der Kinder geworden ist. Der Rahmen dafür war ein Projekt, das das Bistum Trier angestoßen hat: genannt Trier-QM-elementar-Projekt, kurz TRIQM. Mehr als 5000 Erzieher, die mehr als 45 000 Kinder in 546 Kitas im Bistum Trier betreuen, haben von 2008 bis 2012 daran teilgenommen. Das Ziel: Mithilfe des Leitbildes soll das katholische Profil geschärft und die Qualität der pädagogischen Arbeit verbessert werden. Dabei geht es nicht zuletzt um die Verbindung von Leben und Glauben. Auch wurden im Rahmen des Projekts verbindliche Regeln für die Zusammenarbeit mit den Eltern, den Umgang mit Beschwerden sowie die Dokumentation der pädagogischen Arbeit festgelegt - alles mit dem Ziel, die Qualität in den Einrichtungen zu sichern. Und das hat sich das Bistum einiges kosten lassen: Für das Projekt stellte es von 2008 bis 2015 insgesamt 791 000 Euro zur Verfügung - darin enthalten sind sowohl Personal- als auch Sachkosten.
Noch nicht abgeschlossen
Anhand eines Fragebogens haben drei Viertel der teilnehmenden Kitas im Sommer 2013 den Nutzen des Projekts bewertet - insgesamt kam der Prozess positiv an. Gefragt wurde beispielsweise, wie sich die pädagogische Arbeit durch TRIQM verändert habe. 76,6 Prozent der Einrichtungen erklärten, sie habe sich "verbessert", 7,5 Prozent meinten sogar, sie haben sich "stark verbessert". Unverändert geblieben sei sie in 14,7 Prozent der Kitas, von einer Verschlechterung berichten 1,1 Prozent.
Die Ergebnisse wurden in der Kita St. Michael in Bollendorf vorgestellt - dort machten die Verantwortlichen auch deutlich, dass die Arbeit noch nicht abgeschlossen sei. "Das Schicksal von Leitbildern ist ja oft, dass sie in der Schublade landen und nur zum nächsten Jubiläum wieder rausgeholt werden", sagte Prälat Franz Josef Gebert, Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes Trier. Genau das soll mit TRIQM aber nicht passieren. Noch bis September 2015 läuft eine erste Überprüfungsphase. Weitere sollen im Fünf-Jahres-Rhythmus wiederholt werden. "Wir wollen an dem Prozess dranbleiben", sagte Angela Thelen, Leiterin der Abteilung Kindertageseinrichtungen im Diözesan-Caritasverband Trier. "Wir werden nie fertig sein." Dank TRIQM sehe man jetzt, was in den Einrichtungen noch zu verbessern sei, aber auch, worauf die Erzieher stolz sein könnten. Wichtig bei all der Arbeit, sagte Thelen, sei dieser Umstand: "Die uniformierte Kita gibt es nicht. Jede muss ihr eigenes Profil finden."
Georg Binninger, Leiter der Abteilung Erziehung und Beratung im Bischöflichen Generalvikariat Trier, sprach vor diesem Hintergrund dann noch etwas an, das er als gesamtgesellschaftliche Aufgabe versteht: "Auf die Erzieher kommen immer mehr Anforderungen zu. Aber die Frage der Ressourcen wird nicht so deutlich formuliert wie die Frage der Anforderungen. Hier besteht Nachholbedarf - auch zum Schutz der Erzieher."
Irmgard Geisen, Leiterin der Bollendorfer Kita, berichtete zudem von den Erfahrungen im Alltag und bestätigte: "Es war eine große Herausforderung - aber es hat sich gelohnt."