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Bit-Airport: Projektchef gibt sich zuversichtlich

Bit-Airport: Projektchef gibt sich zuversichtlich

Während die Politiker weiter schweigen, äußert sich Frank Lamparski positiv über die Entwicklung des von ihm geplanten Großprojekts Bit-Airport. Der Businessplan sei ohne größere Kritik aus der Prüfung zurückgekommen, und die Investorengespräche seien in der Endphase. Der Luxemburger geht daher davon aus, dass der Eifelkreis und die Stadt Bitburg ihm ihre Flugplatzanteile im Herbst verkaufen.

Frank Lamparski. Foto: Medienfabrik Trier.

Bitburg. "Alles läuft gut", sagt Michael Billen. Und das war\'s auch schon. Mehr will der Aufsichtsratsvorsitzende der Flugplatz Bitburg GmbH nicht über den aktuellen Stand des Projekts Bit-Airport sagen. Und die anderen beteiligten Politiker schweigen ganz. So zugeknüpft geben sie sich schon seit rund einem Jahr - und das, obwohl das öffentliche Interesse groß ist. Schließlich geht es um die Frage, ob in Bitburg tatsächlich ein internationaler Flughafen entsteht oder nicht. Deutlich auskunftsfreudiger zeigt sich da schon Frank Lamparski selbst. Der Mann also, der mit Hilfe von Investoren rund 400 Millionen Euro zusammenbringen will, die Bitburg bis 2025 einen internationalen Fracht-, Werft- und Passagierflughafen von der Größe des luxemburgischen Findels bescheren sollen. Ein Airport, der - so die Vision - 2000 Menschen Arbeit bietet. Auch er sagt: "Es läuft sehr gut." Doch er sagt auch, inwiefern:
Der Businessplan sei inzwischen von den unabhängigen Wirtschaftsprüfern der Pricewaterhouse Coopers AG geprüft worden und das "ohne größere Kritik". Billen äußert sich hierzu nicht. Laut Lamparski laufen auch die Gespräche mit den Investoren gut, die seinen Angaben nach aus Belgien, Italien und England stammen. Sie sollen das Grundkapital bereitstellen. "Die Gespräche sind in der Endphase", sagt Lamparski.
Noch am Anfang sei er hingegen bei den Gesprächen mit Passagierfluggesellschaften, die Urlauber oder Geschäftsleute in rund drei Jahren - also, wenn der neue Terminal steht - von Bitburg aus Richtung Russland und Osteuropa fliegen sollen. Allerdings hätten zwei Gesellschaften bereits Interesse bekundet. Zudem habe er die Zusage einer Cargo-Fluggesellschaft, die Bitburg schon bald mit kleinen Flugzeugen (bis 25 Tonnen) ansteuern will.
Er ist daher guten Mutes, dass der Kreistag Bitburg-Prüm und der Stadtrat Bitburg im Herbst entscheiden werden, ihm die kommunalen Anteile an der Flugplatz GmbH zu verkaufen (dem Eifelkreis gehören derzeit noch 37,89 Prozent der Anteile, der Stadt Bitburg 16,32 Prozent, Lamparski selbst besitzt bereits mehr als 40 Prozent).
Ein Verkauf, an dem die Gremien in einer Absichtserklärung bereits Interesse bekundet haben - wenn die Prüfung des Businessplans denn positiv ausfällt und Lamparski auch die anderen Bedingungen der Kommunen erfüllt. Eine der wichtigsten ist, dass es in Bitburg keinen Nachtflug gibt. Dem hat der Projektentwickler bereits zugestimmt. Eine andere, dass Lamparski 800 000 Euro zahlen muss, wenn es ihm nicht gelingen sollte, drei Jahre nach dem Kauf der Anteile ein Instrumentenlandesystem zu installieren und fünf Millionen Euro zu investieren. Das Geld hat er bereits als Bürgschaft hinterlegt.
Also alles in Butter für den Bit-Airport? Nicht unbedingt. Selbst wenn allen Expertenmeinungen zum Trotz (siehe Extra) alles so gut laufen sollte, wie Lamparski es sagt. Denn inzwischen haben sich die politischen Rahmenbedingungen geändert. In der Annahme, dass Rot-Grün "alle Register ziehen wird, um die Entwicklung des Bit-Airports zu verhindern", verkündete Landrat Joachim Streit Ende April plötzlich, sich auch einen Flugplatz ohne Flugbetrieb vorstellen zu können. Zumindest hinter den Kulissen hatte er zuvor heftig für das Flugplatzprojekt gekämpft. Und wenn die Landesregierung das Projekt nicht wolle, dann solle sie eben Geld für eine Alternative bereitstellen - nämlich den weiteren Ausbau des Gewerbegebiets am Flugplatz. Wenig später stand dann tatsächlich schwarz auf weiß im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung, dass sie die geplante Entwicklung des Flughafens Bitburg für "wirtschafts- und verkehrspolitisch nicht vertretbar" halte und sie entsprechende Planungen nicht unterstützen werde. Kurz: Auch wenn laut Billen und Lamparski alles gut läuft, könnte ihr Weg zum Bit-Airport noch steinig werden. "Wir haben genügend Flughäfen in der Großregion. Ich glaube nicht, dass es gelingen wird, in der Umgebung von Luxemburg einen weiteren Flughafen zu etablieren", sagte Adrien Ney kürzlich in einem TV-Interview. Ähnlich skeptisch wie der Luxair-Chef wird das Großprojekt auch von Wissenschaftlern gesehen (der TV berichtete). So sagt der ehemalige LTU-Geschäftsführer Dr. Christoph Brützel, der an der Internationalen Fachhochschule in Bad Honnef Aviation-Management lehrt: "Das kann nicht funktionieren. Die 400 Millionen Euro sind rausgeschmissenes Geld." Wie andere Experten sieht er für den Frachtstandort Bitburg ohne Nachtflug wenig Chancen. Er glaubt auch nicht, dass sich eine Linie finden könnte, die an dem verkehrsmäßig schlecht erschlossenen Standort Interesse haben könnte. Und Billigfluggesellschaften müsse man schon Geld geben, damit sie kommen. Bitburg biete einfach keine Vorteile. kah