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Bit-Airport: Werben und schweigen

Bit-Airport: Werben und schweigen

Trommelwirbel auf der einen Seite, Stille auf der anderen: Während in Fachmagazinen fleißig für eine Luftfahrtmesse geworben wird, die den Flughafen-Standort Bitburg international bekanntmachen soll, schweigen die Macher des geplanten Bit-Airports über ihre derzeitige Arbeit.

Das Schweigen war angekündigt. Nun ist es da. Und so bleibt es derzeit ein Geheimnis, was hinter den Kulissen des Flugplatzes Bitburg geschieht, der einer ungewissen Zukunft entgegensteuert. Einer Zukunft, die Großes bringen soll: Bis 2025 soll sich die ehemalige Airbase in einen florierenden Fracht-, Werft- und Passagierflughafen verwandelt haben. Was allerdings geschieht, um diesem Ziel näherzukommen, ist nicht zu erfahren. Der luxemburgische Projektentwickler Frank Lamparksi, dem bereits rund 40 Prozent der Flugplatz GmbH gehören, hüllt sich in Schweigen. So lässt sich nur mutmaßen, was er derzeit tut: Investoren suchen, Fluggesellschaften akquirieren, den Business-Plan für das 400-Millionen-Euro-Vorhaben erarbeiten

Immerhin ein kleines bisschen auskunftsfreudiger ist Michael Billen, Aufsichtsratsvorsitzender der Flugplatz GmbH. "Wir sind am Arbeiten", sagt er. Und man liege dabei voll im Plan. Das Ziel ist, bis spätestens Ende 2011 alles vertragsfertig zu haben, so dass der Eifelkreis Bitburg-Prüm und die Stadt Bitburg Lamparski ihre Flugplatz-Anteile unter den in einer Absichtserklärung (siehe Extra) festgehaltenen Bedingungen verkaufen können. Aufgabe der GmbH sei es, die Interessen der Region zu vertreten. "Wir führen regelmäßig Gespräche mit Frank Lamparski, und das funktioniert gut", sagt Billen, der davon ausgeht, dass alles beim geplanten Zeitrahmen bleibt. Konkreteres lässt jedoch auch Billen sich nicht entlocken.

Im krassen Gegensatz zur Zurückhaltung Lamparskis und Billens steht der Trommelwirbel, mit dem die europäische Fliegerei-Fachwelt auf den Bit-Airport aufmerksam gemacht werden soll: Die Werbekampagne für eine große europäische Luftfahrt-Messe ist in vollem Gange. Vom 27. bis zum 29. Mai werden sich erstmals rund 150 Aussteller aus der Freizeit-, Sport- und Geschäftsfliegerei in Bitburg präsentieren - auf der "AviationExpo Europe", die bisher unter dem Namen "AeroExpo" in Prag beheimatet war. In Bitburg soll sie so groß werden wie noch nie. Den Minimum 7000 erwarteten Besuchern - hauptsächlich Piloten - soll dabei mehr geboten werden als die eigentliche Ausstellung von Flugzeugen, Hubschraubern, Flugzeugteilen oder sonstigem Fachbedarf. Neben "Hangar-Partys" sind auch Demo-Flüge, Seminare und eine "Sonnenuntergang-Airshow" geplant. In europäischen Fachmagazinen wird bereits fleißig mit den großen Ausstellungsflächen, der "ausgezeichneten Asphaltpiste", den "unbegrenzten Parkmöglichkeiten" oder der idealen Lage Bitburgs im Herzen Europas geworben.

"Dass die Expo kommt, ist ein großer Erfolg", sagt Michael Billen. Und auch als Chance sieht die Flugplatz GmbH das nahende Großereignis. Verbinden Billen und andere damit doch die Hoffnung, dass es nicht nur gelingt, den Flugplatz auf diesem Weg bekanntzumachen, sondern auch luftfahrtaffine Hersteller davon zu überzeugen, sich in Bitburg anzusiedeln. In Bitburg, wo, so der große Plan, schon bald ein internationales Luftdrehkreuz entstehen soll. Extra Kreis, Stadt und Frank Lamparski haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Bedingungen für den Verkauf der Flugplatzanteile festhält: Eine der wichtigsten ist, dass auf Nachtflug verzichtet wird. Eifelkreis und Stadt erhalten ein Informations- und Mitspracherecht in der künftigen Betreibergesellschaft. Darüber hinaus soll Lamparski 800 000 Euro zahlen, wenn es ihm nicht gelingen sollte, drei Jahre nach dem Kauf der Anteile ein Instrumentenlandesystem zu installieren und fünf Millionen Euro in Landebahn, Rollwege und Co. zu investieren. Das Geld soll er als Bürgschaft hinterlegen.