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Bit-Galerie: Händler hoffen auf zusätzliche Kunden

Bit-Galerie: Händler hoffen auf zusätzliche Kunden

Mit einer Verkaufsfläche von mehr als 10 000 Quadratmetern wäre die Bit-Galerie das größte Einkaufszentrum Bitburgs. Auch wenn die Innenstadt-Kaufleute das Projekt kritisch diskutieren, fürchten sie kein Ausbluten der Fußgängerzone, sondern hoffen auf zusätzliche Kunden.

Bitburg. Ein Wort fällt immer wieder, wenn Bitburgs Innenstadt-Kaufleute sich zur Bit-Galerie (siehe Extra) äußern: "Chance". Die knapp 30 befragten Händler sind grundsätzlich zuversichtlich, dass das geplante Einkaufs-Zentrum die Stadt bereichern wird.
Eigenes Profil macht unabhängig


"Wir befürworten dieses Projekt, weil es den Standort Bitburg interessanter macht", sagt Lars Messerich vom gleichnamigen Modehaus. Konkurrenz fürchtet er nicht: "Große Textilketten bringen Frequenz. Wir haben unser eigenes Profil." Ähnlich sieht es Gudrun Blatzheim vom gleichnamigen Modehaus: "Ich habe ein spezielles Angebot und viele Stammkunden. Ich glaube, dass die Galerie neue Kunden in die Stadt bringt." Das glaubt auch Boutique-Inhaberin Astra Kay, die es zudem gut findet, dass die Galerie in zentraler Lage entsteht und nicht am Stadtrand, wie das vergleichbar große Einkaufszentrum Bungert in Wittlich. "In dieser Lage zieht das Projekt der Innenstadt keine Kunden ab, im Gegenteil", sagt Kay.
Dass die Galerie Magnet für Käufer wird, die derzeit noch nach Trier oder Wittlich fahren, erwartet auch Reisebüro-Inhaberin Simone Schmitz: "Meine einzige Sorge ist, dass die Leute in die Passage reinfahren, einkaufen und nicht durch die Fußgängerzone bummeln." Franziska Braun vom gleichnamigen Schuhgeschäft findet: "Das ist positiv für die Stadt. Ich frage mich nur, wer in die ganzen kleineren Läden in der Galerie rein soll." Dass der zu verteilende Kuchen immer kleiner wird, sind auch die Bedenken von Sandra Scharbillig, Sorriso Mode, die das Projekt aber grundsätzlich begrüßt: "Es ist wichtig, dass die Stadt weiter wächst. Mein Wunsch wäre, dass die Innenstadt-Händler an einem Strang ziehen, um die Fußgängerzone mit Aktionen attraktiv zu halten." Grundsätzlich für die Bit-Galerie spricht auch Hans-Joachim Kurth, Elektro Kurth: "Ich finde es gut, wenn großflächiger Einzelhandel in die Innenstadt kommt. Wichtig ist, dass die Bit-Galerie auf die Pläne für die Postplatz-Umgestaltung abgestimmt wird, damit der nicht ins Hintertreffen gerät." Wirklich gegen die Galerie haben sich nur zwei Befragte geäußert. Bäckerei-Verkäuferin Christa Weidacht findet, dass es bereits genügend Angebote zum Einkaufen gibt: ,,Ich erkenne nicht, warum die Stadt ein solches Projekt unbedingt braucht."
Skeptisch sieht auch Martina Kellerbach, Inhaberin eines Bekleidungsgeschäft, die Pläne: "Ein so großes Projekt vertreibt die Kunden aus der Innenstadt. Besser wäre, die Vielfalt der Angebote in der Fußgängerzone zu stärken."
"Wirtschaftlich ist die Bit-Galerie eine gute Idee. Vorausgesetzt, sie schadet der umliegenden Gastronomie nicht." "Ich sehe dieses Projekt absolut positiv. Es verschönert die Innenstadt und wird zu ihrer Entwicklung beitragen." "Die Bit-Galerie liegt im Interesse der Innenstadt. Sie sollte aber zu den Plänen für den Postplatz passen." "Ich bin skeptisch, aber wenn es interessante Geschäfte gibt, ziehen sie vielleicht neues Potenzial in die Stadt."
Projektentwickler Stefan Kutscheid plant auf einer Fläche von vier Hektar zwischen Karenweg und Beda-Platz die Bit-Galerie mit 10 000 Quadratmetern Verkaufsfläche auf zwei Geschossen. Angesiedelt werden sollen drei großflächige Ketten: Lebensmittel, Elektro und Bekleidung. Hinzu kommen kleinere Läden, etwa mit Dessous, Jeans und Schuhen. Eine Tiefgarage soll 400 Stellplätze bieten. scho